§471bis er unter ihren Mörderhänden seinen Geist auf-giebt. Gedenket jener großen edeln Mutter undihrer 7 Söhne, welche der ſpriſche König Antiochuszur Marter führen ließ, um sie zum Abfall von ihrerReligion zu zwingen. Sie sehen alle Anstalten zuden fürchterlichsten Qualen machen, wodurch sie zuTode gebracht werden sollten, und ermahnen sich nochunter einander unverzagt zu seyn. Wir sterben eher,ehe wir gegen das Gesetz handeln, sagte der eine.Du nimmst mir zwar das zeitliche Leben, sprach derandre zum Könige, aber der Herr wird uns aufer-wecken zum ewigen Leben. Diese Glieder hat mirGott gegeben, sagte der dritte und ich gebe sie umseines Gesetzes willen gern dahin; ich hoffe, er wird siemir schon wiedergeben. Das ist ein großer Trost,rief der vierte aus, daß wir, wenn Menschen unserwürgen, hoffen können, Gott werde uns wiederauferwecken. Du bist ein Mensch und mußt auch ster-ben, sagte der fünfte, über eine Weile wirst du er-fahren, daß Gott uns nicht verlassen hat und daß ermächtig genug ist, dich und die Deinigen zu strafen.Verführen sollst du uns nicht, sagte der sechste, aberes wird dir nicht so hingehen, daß du so wider Gotttobest. Die Mutter sieht die fürchterliche Marterihrer Söhne mit unerschütterlicher Standhaftigkeit;einen nach den andern tröstet sie und ermuntert sie,das Leben um des Gesetzes willen hinzugeben. Den
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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