⁵⁵⁵170berzeugung, daß wir unsterblich sind; diese giebtuns Muth und Freudigkeit, auch dannnach der erhabenen Würde der Tugendzu streben, wenn es Kampf kostet. Verge-genwärtigt euch doch nur das Bild jener gläubigen Men-schen, in deren Schwachheit dieser Glaube so mäch-tig wirkte. Gedenket des Paulus, der um der Treuewillen, die er in seinem Apostelamte bewies, so mu-thig und standhaft schwere Arbeit und schmerzlicheLeiden ertrug. „Ich habe mehr gearbeitet, sprichter (2 Cor. 11.), mehr Schläge erlitten, bin öfter ge-fangen, öfter in Todesnöthen gewesen, habe fünfmalvon den Juden neun und dreyßig Streiche empfangen,bin dreymal gestäupt, einmal gesteinigt, habe drey-mal Schiffbruch gelitten, bin in Gefahr gewesen zuWasser, in Gefahr unter Mördern, in Gefahr un-ter Juden, in Gefahr unter Heiden, in Mühe undArbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, inFrost und Blöße 2c. Und endlich sagt er in unsermTexte: „nun habe ich einen guten Kampf gekämpft,hinfort ist mir beygelegt die Krone der Gerechtigkeit!— Gedenket jenes großen Märtyrers voll Weisheitund Glaubens, des Stephanus (Apost. Gesch. 6. u. 7.):sein Glaube gab ihm Muth und Kraft, standhaft inseinem freymüthigen Bekenntniß zu verharren: ersieht seine erbitterten Feinde gegen ihn ergrimmen,er hört ihr wüthendes Geschrey, und bleibt getrost,
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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170
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