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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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165⁸⁵so viele Kraft aufzuwenden und so viele Selbstver-läugnung zu beweisen. Lieber würden sie dann dieTugend ihrem Vergnügen aufopfern, und das Gesetz,welches sie mit unerbittlicher Strenge gebietet, zuvergeſſen, aus den Augen und aus dem Sinne zuschlagen suchen. Wer muß es dahingegen nicht derMühe werth finden, diese Bahn der Tu-gend zu wandeln, sobald er davon überzeugtist, daß er so ewig leben und wirken werde, alsdiese Bahn unendlich ist? Bey diesem Glauben istihm die Laufbahn, die er diesseits des Grabes zu vol-lenden hat, nicht zu kurz, die Würde, die er hienie-den erreichen kann, nicht zu unbedeutend. Der Ge-danke an Tod und Grab kann ihm darum auch sofurchtbar nicht seyn, da er das Grab nicht anders alseine Brücke, die über eine Kluft aus einem Lande insandre geht, und den Tod nicht anders, als einenBoten Gottes, der ihn da hinüber führt, ansehen kann.Die erhabene Würde der Tugend, die Göttlichkeiteines geheiligten Sinnes bleibt ihm, so lange er lebtund denkt, das heißt ewig, vor den Augen seinesGeistes: Jede Mühe, die er sich giebt, jede Anstren-gung seiner Kraft, jede Verläugnung seiner sinnlichenjede Gewalt, die er seiner Sinnlichkeit anthut,führt ihn dieser göttlichen Würde näher, immer nä-her. Und wenn selbst ein früher Tod ihn wegraffte,so bliebe er doch auf seiner Bahn, auf der er bis,