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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
158
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380Geist so viel erhebendes, für sein Gemüth so viele be-ruhigendes, daß sie ihm über alles theuer und werthwar. Wir sehen an diesem seinem Exempel, wiewahr es sey, was wir am vorigen Freytage mit ein-ander erwogen haben, daß es ein köstliches Ding sey,daß wir unsterblich sind. Der andre heidnische Weise,der ein ähnliches Schicksal wie Jesus erfuhr und einMärtyrer der Wahrheit wurde, stand, als er zumGiftbecher war verurtheilt worden, vor seinem Rich-ter und wurde aufgefodert zu widerrufen, was er ge-lehrt habe. Aber der Glaube an Gott und Unsterb-lichkeit, der in seiner Seele lebendig war, erhieltihn treu und standhaft in seinem Bekenntniß und inseiner Tugend; durch diesen Überwand er alle Furchtvor Schmerz und Tod und mit festem getrostem Sinnesprach er also:Es ist wohl etwas Gutes, wasmir begegnet. Wir denken ganz irrig, wenn wiruns den Tod als ein Uebel vorstellen. Denn einsvon beyden ist der Tod, entweder eine gänzliche Ver-nichtung und Fühllosigkeit, oder er ist eine Versetzungder Seele von hier nach einem andern Orte. Ist erdas erste, so ist er wie ein Schlaf; er muß uns dannvorkommen, wie eine durchschlafene Nacht. Gleichtaber der Tod einer Reise von hier nach einem andernOrte; welches grössere Gut läßt sich dann denken alsdieses! Dann kömmt man ja an den Ort, wo dierechten Richter seyn sollen, wo man nicht mehr, so