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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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S59wie hier, von ungerechten Richtern verurtheilt wird;Dann kömmt man ja an den Ort, wo die andernverklärten Menschen sind, die in ihrem Leben gerechtwaren. Dann kömmt man ja an den Ort, wo manmit den weisen und guten und frommen Menschenumgehen kann, die durch eine ungerechte Verurthei-lung starben. Dann kömmt man ja an den Ort,wo die großen Männer sind, die große Thaten gethanund sich um das Vaterland verdient gemacht haben.Mit allen diesen kann man dort umgehen, sie spre-chen, sie befragen. Welch ein unschätzbares Glück!Wenigstens wird man dort deswegen nicht hingerich-tet, denn dort ist man unsterblich. Glaubet fest, ihrRichter, daß einem guten Manne, er lebe oder ersterbe, nichts Böses widerfahre! Die Vorsehungvergißt seiner nicht, eben so wenig, als jetzt meinSchicksal von ungefehr kömmt. Ich bin überzeugt,für mich war es das Beste, jetzt zu sterben und mei-nen Zustand zu verändern. So konnte dieserweise Heide sprechen, der an ein Leben jenseits desGrabes glaubte. Nicht allein konnte er so ruhig undgetrost an sein nahes Ende denken, sondern seinGlaube gab ihm auch Muth und Kraft, unter allenVerfolgungen, bey der ungerechtesten Verurtheilungund im Vorgefühl des schmählichsten Todes auf demWege der Wahrheit und Tugend standhaft zu verhar-ren. O meine Freunde, wer kann an diesen Män-