65144des Daseyns Entzücken empfanden sie nicht,dein Grauen, Vernichtung, empfanden sie nim-mer, nimmer!Ach, wenn ich ewig nicht wäre,dann ächze' ich dem kommenden Tagentgegen, dann ächzt' ich, käme die Nacht-und verhüllte mich und schwiege verzweifelnd!Fürwahr es ist ein köstliches Ding, daß wir un-sterblich sind! Nun, ja nun könnet ihr getrost seyn,ihr Mühseligen und Beladenen: sorget, sorget undhabet Muth, eure Bürde traget ihr nicht, um siemit Kummer und Verzweifelung im Grabe niederzu-legen. Nun könnet ihr ruhig seyn, ihr Traurenden,duldet, duldet eure Leiden, sie werden einstens wegmüssen und Freude und Wonne wird über euremHaupte seyn. Nun könnet ihr mit zufriedenem undhofnungsvollem Herzen der Zukunft entgegen gehen,ihr Verzagten: wirket, wirket, so lange es Tag ist,was euch jetzt dunkel ist, das werdet ihr einstens imLichte erblicken, was euch jetzt unerforschlich ist, daswird euch einstens im schönsten Zusammenhange er-ſcheinen. Nun können wir den Tag des Todes, derunsre Freunde und uns von der Erde abfordert, mitruhigem Gemüthe erwarten: wir leben fort und ster-ben nicht, wir verlassen den irrdischen Bau dieserHütte und verziehen ins höhere Land, wir werdenfortwirken und höher steigen und unser Wirken wird
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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144
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