S145nimmer ein Ende nehmen. Er, der Gekreutzigte lebt,und wir werden auch leben! — Wort voll Trost undFriedens! — Aber wenn der Gekreutzigte am Kreutzesein ganzes Leben für immer und ewig geendigt hätte;wenn es für sein nach dem, was droben ist, so sehnelich emporstrehendes Herz kein Himmlisches gäbe;wenn sein geängstetes zerschlagenes Herz nach demKampf der Erde keine Ruhe; wenn Er, der mit Müheund Schmerz beladene Arbeiter nach der Arbeit diesesLebens keinen Frieden fände, und es wäre nun garaus mit Ihm, mit ihm, an dem der Vater Wohlge-fallen hatte, wäre Gott dann auch die Liebe? undkönnten seine Kinder dann wohl gläubig ihm ver-trauen?.II. Die zweyte Betrachtung. Macht wohl einverständiger Künstler irgend etwas an seinem Werkeumsonst? Und arbeitet er wohl an seinem Werkeblos, um es nachher, wenn er es mehr oder wenigerzu Stande gebracht hat, wieder zu zerschlagen?Würde er wohl, wenn er dies thäte, den Nameneines verständigen, weisen Künstlers verdienen? —Mit diesem Gedanken, m. Fr., lasset uns einmaleinen Blick in unser Inneres und einen Blick aufdie Menſchen um uns her werfen. Fürwahr, esgehört viel Unachtsamkeit und ein hoher Grad vonVerwilderung des Herzens dazu, um es nicht zufühlen, daß etwas Gutes, etwas Großes aus unsFl. 1.
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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145
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