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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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132Sder Tugend der Bürger geschadet? hast du auch unge-rechte Händel begünstigt? zur Lüge verleitet? den Eidin Mißeredit gebracht? Ja gleich sind wir, vorGott, hier in der Uebungszeit, dort vorm Gericht, gleichsind wir und frey? ach! möchten wir es seyn!III. Die rechtverstandene Freyheitund Gleichheit ist des Wunsches desRaths und der Bürger werth.1) Durch die bürgerliche Freyheit und Gleichheitwerden wir gute und glückliche Bürger.2) Durch die sittliche werden wir gute und glück-liche Menschen.Und was ist wohl für uns alle, was ist wohl füralle Vorgesetzten und für alle Untergebenen wünschens-werther als gerade dies!Wenn wir die Freyheit, welche uns im Besitzeund Gebrauch unsers Lebens und unsrer Kräfte, so wieim Besitz und Gebrauch unsers Eigenthums zukömmt,nicht allein haben, sondern auch richtig gebrauchenund genießen, so werden wir als Bürger keine Ver-anlassung zur Unzufriedenheit und zum Murren haben,sondern wir werden zufrieden und froh seyn müssen.Wir werden unsrer Obrigkeit keine Ursache zur Klageund zur Bekümmerniß geben, sondern wir werdenals folgsame und treue Unterthanen mit ihr im bestenund angenehmsten Vernehmen stehen.