Druckschrift 
Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
133
Einzelbild herunterladen
 

40155Wenn wir nicht allein die Gleichheit unsrer Rechtebehaupten, sondern auch alle gleich treu und eifrig inder Erfüllung unsrer Obrigkeits= und Bürgerpflichtensind, so werden aus dem ganzen Staate keine Seufzerzum Himmel geschickt, keine Thränen zum oberstenRichter geweint werden. Wir werden vielmehr alleunter einander zufrieden leben, und alle werden wirdurch das Bewustseyn der erfüllten Pflicht glücklichseyn.Wenn wir unsre Gleichheit in unsrer Bestimmungund in den Mitteln sie zu erreichen beherzigten undwenn wir uns frey bewiesen von Unwissenheit undIrrthum, von Thorheit und Sünde, wenn Vorge-setzte und Untergebene hierin ganz einerley guten Sin-nes und Benehmens wären; o dann würde die Tu-gend ihre Wohnung unter uns haben und wir wür-den hohe Glückseligkeit schon auf Erden fühlen.Dann würde kein Stand, so hoch oder niedrig er seynmag, an wahrem Frieden Mangel haben. Glückli-cher, dreymal glücklicher Staat, wo wahre Freyheitund Gleichheit regiert und mit Ueberlegung beachtetwird! Saget selbst, was wäre schöner, was herrli-cher, als daß alle ohne Ausnahme nach diesen Grund-sätzen handelten!Sie vernehmen hier, ehrwürdige Väter unsrerStadt, unsre Wünsche, unsern Sinn! Ich rede imNamen dieser Bürger. Unsre Gedanken und unser