15190hahn mit Thaten der Tugend, der Weisheit und Liebebezeichnet zu haben? Ja auch darin sind wir allegleich, daß wir alle müssen offenbar werden vor demEwigen, um Rechenſchaft abzulegen von dem Gebrau-che unsers Lebens. Früh oder spät, mehr oder we-niger betrauert, froher oder gedrückter werden wirendlich alle auf dem großen Gerichtsplatze jener Welterscheinen; da wird keiner dahinten bleiben; neben demarmen Bürger, der Recht und Gerechtigkeit verlangte,wird auch der Richter stehen, der ihm das Urtheilsprach. Ihr solltet als Menschen, so wird dann Got-tes Stimme in uns sprechen, Tugend üben und im-mer besser werden, ihr kanntet das göttliche Gebot,befolgtet ihr es? Du solltest als Unterthan deinerObrigkeit Gehorsam leisten und sie dankbarlichst ehren?hast du gethan was du zu thun schuldig warest? Dusolltest als Obrigkeit Recht und Gerechtigkeit üben,erfülltest du deine Pflicht! Du hattest ein wichtigeresAmt, als irgend einer von deinen Untergebenen, haſtdu es auch besser und treuer verwaltet? Dein Amtwar keine Kleinigkeit, kein Spielwerk, kein Zeitver-treib, kein Privilegium zur Ungerechtigkeit oder zurSelbsterhebung? Sage, hast du auch dem Armen undWaisen Recht verschafft? hast du auch der WittwenSache uneigennützig ausgeführt? hast du auch die Un-schuld gerettet? den Frevler zurechtegewiesen? demVerlassenen die Hand der Liebe geboten? hast du auchJ 2
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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131
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