Druckschrift 
Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
127
Einzelbild herunterladen
 

00127sie bey allen ihren Einrichtungen und Verfügungendurch Weisheit sich leiten lassen. So wie Gott dieLiebe ist; so sollen auch sie immer mit Liebe handeln,immer das allgemeine Beste vor Augen behalten. Sowie Gott immer thätig ist in der Welt; so sollen auchsie allen möglichen Eifer, alle mögliche Thätigkeit be-weisen, um das allgemeine Beste zu befördern. JedeWeichlichkeit, jedes Nachgeben, jede Menschenfurcht,jede Unbesonnenheit, jeder thörichte Rath, jede un-überlegte Einrichtung, jede eigennützige Anordnungjede Verschwendung, jedes starrsinnige Verwerfen gu-ter Vorschläge, jede geheime und offenbare Beein-trächtigung. . . . . dies alles sind Verbrechen gegenden Staat und seine Bürger, die eben so strafwür-dig an der Obrigkeit sind, als an der Bürgerschaft.Dafür sind aber auch Unterthanen verpflichtet,ihren Vorgesetzten mit Ehrerbietung zu begegnen,ihnen alles Gute mit Liebe und Dank zu vergelten,ihnen willigen Gehorsam zu leisten, die erforder-lichen Abgaben ordentlich zu entrichten, übertrageneAemter und Geschäfte wo möglich ohne Einwen-dung zu übernehmen, treu zu verwalten und gefor-derten Falls darüber Rechenschaft abzulegen. JedeWiderſetzlichkeit, jeder Mangel an Achtung, jedeKränkung, jede Untreue, jede Cabale, jede Verläste-rung.... dies alles sind Verbrechen von ihrer Seite. Daß wir diese Rechte und diese Pflichten haben,