⁵⁰123darin sind wir alle gleich. Keine Obrigkeit bilde sichein, weil sie so hoch stehe, keinen Gesetzen unterwor-fen zu seyn. Kein Unterthan halte sich für befugt,einer treuen Obrigkeit irgend etwas zu leide zu thun!Ueber die Gesetze, über die Erfüllung der Pflichten,über Unterthanen und Obrigkeit ist ein wachsamesAuge offen! Ueber uns alle, ja Bürger, über unsund unsre Väter alle waltet Gott! Dies erinnertmich3) an eine andre Art von Freyheit und Gleichheit;nehmlich an eine solche, welche mehr unser menschli-ches als unser bürgerliches Leben, mehr unsern Geistals unser Aeusseres betrift; an diejenige Freiheit undGleichheit, welche uns die Religion gewähren soll undwelche auch Jesus der Stifter unserer Religion unsanbietet — an die sittliche oder moralische. Und hiermöchte ich wünschen, daß ich nicht mit Menschen-sondern mit Engelzungen reden könnte, daß ich imStande wäre, diese Freyheit und Gleichheit allen, diemich hier hören, Großen und Kleinen, Geringen undVornehmen tief, tief in die Seele zu reden! Höre,wer von dieser Freyheit hören will, meine Wün-ſche! Wünſch, die ich an dieſer heiligen Stäte undin einsamer Arbeitsstube, im frohen Freundekreiseund am Altare im Gebete vor Gott mit vollemHerzen hege! Möchten wir frey seyn von Thor-heit und Sünde!! Möchten wir frey seyn von
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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128
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