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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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⁰⁴125erhalten, üben, stärken. Daher dürfen wir unsreVernunft zum Nachdenken brauchen und mit unsermWillen unſern Ueberlegungen folgen. Inſbeſondrebrauche ich mir die Meinungen und Behauptungen einesAndern nicht aufdringen zu lassen. Keiner ist befugt,meinen Geist zu fesseln, mir vorzuschreiben, was ich den-ken und nicht denken soll; glauben und nicht glauben.Dies ist rechtskräftig nach dem allgemeinen Menschen-rechte. Ein Jeder muß es eingestehen, der sich nicht willden Vorwurf machen lassen, daß seine Vernunft bald rede,bald schweige. Und so darf ich auch schalten undwalten, mit dem, was mein rechtmäßiges Eigen-thum ist. Wir dürfen es brauchen, und verbrau-chen, verbessern und verschlimmern, bewahren undvernichten. Keiner iſt befugt, hiergegen anzugehen.Dies iſt die wahre Freyheit, die dem Menſchen zukommt und die ihm jeder Staat von Rechtswegengewähren muß.2) Wir behaupten auch Gleichheit nach einem bes-sern und ächten Sinne des Wortes. Hiemit a) be-haupten wir, daß wir alle gewisse Rech-te besitzen b) und gestehen, daß wir alle zugewissen Pflichten verbunden sind. Rech-te hat die Obrigkeit, Rechte hat der Unterthan.Die Obrigkeit hat das Recht, Gesetze zu geben,Einrichtungen für die Wohlfahrt des Staats zu tref-, Abgaben zu fordern, die zur Erhaltung und Ver-