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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
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5424giebt, wo unter diesen prächtigen Worten die gewalt-samste Herrschaft verübt und die elendeste Sklavereybemäntelt wird; so giebt es hingegen auch Länder,wo man diese Namen kaum kennt und doch jederBürger die ihm gebührende Freyheit genießt und mitseinem regierenden Herrn in der ihm gebührendenGleichheit steht. Wer diese bedeutungsvolle wahreFreyheit und Gleichheit behauptet, der behauptet seineMenschenwürde und Bestimmung.1) Nemlich, es kömmt uns Freyheit zu a) imBesitz und Gebrauch unsers Lebens undunsrer Kräfte, wie auch b) im Besitz undGebrauch unsers Eigenthums. Wir le-ben und sind als vernünftige Geschöpfe mit unsermLeben unabhängig. Keiner ist befugt, uns das Lebenzu rauben oder durch Sklaverey uns ausser Standzu setzen, es nach unserer eigenen Ueberlegung anzu-wenden. Wir dürfen unser Leben genießen, dürfenuns Freude machen, nach Wohlseyn streben. KeinerKeinerist befugt, mich zu hindern oder zu stören.darf mir meinen Lebensgenuß rauben. Wir dürfenunser Leben schützen, dürfen uns vertheidigen gegenden, der uns Gewalt anthut. Keiner darf uns diesuntersagen. Wir haben Kräfte des Körpersund des Geistes. Keiner ist darüber Herr. Wir dürfenunsern Körper ernähren, stärken, verbessern, übenund vervollkommnen. Wir dürfen unsre Geisteskräfte