0und Gleichheit zu behaupten und sie verstanden mei-sterlich das Drängen und Drücken. Aus der Zügel-losigkeit entstand Sittenverderbniß. Laster und Ver-brechen aller Art wurden herrschend und brachten Landund Leute um Wohlstand, um Sicherheit, um Ruhe,um häusliches Glück, das ist, um alles, was zumwahren Glück des Bürgers gehört. Die Unglück-lichen beseufzten ihr Elend; verfluchten den Tagwo sie sich hingegeben hatten in den Sinn derEmpörung; stießen Verwünschungen aus über dieKrafthelden, welche ihnen lauter Glück vorgespiegelt,über die Rädelsführer, welche sie mit in den Strudelgezogen. Wie manche könnten auch noch wohl in Zu-kunft ihr Schicksal beklagen! Misgönnet den Unver-ständigen ihre Freyheit und Gleichheit nicht! Wün-ſchet ihnen Glück, daß ſie ſolche niemals in dem Gradeerlangen, den sie wohl anfangs zu erreichen sich vor-nahmen! Beklaget sie, wenn sie unglückliche Opferihrer Vermessenheit werden! Weisheit, Menschen-liebe und Demuth regiere uns in unserm Urtheile undin unserm Betragen, Bürger!II. Wenn wir von Freyheit und Gleichheit reden,so müssen uns diese Worte in ihrem bedeutungs-vollen wichtigen Sinne gelten! Es giebteine Freyheit und Gleichheit, die an keine Art derStaatsverfaſſung gebunden iſt. So wie es Staaten
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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