⸸ⵛStaat an sie solche Forderungen thun wollte? Wiewürden sie sich dann empören! Wie können dochMenschen, die so viel auf Gleichheit zu halten vor-geben, einen solchen ungerechten und unbilligen Un-terschied machen? Und ließe man ihren Willen end-lich durchgehen, ließe man sie ohne Gesetze und Ein-schränkungen, zu welchen Verbrechen würde man sienicht hingerissen sehen? Auch in dem besten Staatefallen Kränkungen und Ungerechtigkeiten vor; meh-rere in einem solchen Staate, wo man weniger überdie Beobachtung der Gesetze hält; unendlich vielewürden begangen werden, wenn gar keine Gesetze imStaate und die Bürger zügellos wären.Weil man nun in alten und in neuern Zeiten dieseheiligen Worte Freyheit und Gleichheit, so ganzmisverstanden und sich darunter etwas gedacht hat,was nicht allein großentheils unmöglich, sondern auchfür das Ganze nicht gut war; so ist es gekommen,daß sich manches große und kleine Volk durch seinethörichten Bemühungen selbst ins Verderben gebrachthat. O wie manche Bürger haben mit Schmerzenbereuet, was sie gethan! Sie glaubten durch ihreWidersetzlichkeit eiserne Ketten abzuwerfen und es wur-den ihnen noch schwerere angelegt. Sie glaubten sichein goldenes Zeitalter zu erkämpfen und führten Zeitendes Elendes herbey. Die Mächtigern und Angesehe-nern wußten sich auch unter dem Schilde der Freyheit
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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