9097zu machen. Höret, wie es uns ergieng! Es ist unsmanchmal recht schwer geworden, unsre Schuldigkeitzu thun; unser Gewissen verlangte von uns strengeRechtschaffenheit und unverbrüchliche Treue gegen dasGeſetz, und unſer Herz wollte nicht gern; wir ſahenſo ſchöne Vortheile, ſo viele Freude vor uns, wennwir unser Gewissen verläugnen und unserm Herzenfolgen wollten; wir schwankten, wußten nicht, wozuwir uns entschließen sollten; der Geist ward willig,das Fleiſch war ſchwach; die Verſüchung ſtark: wahr-lich wir hätten in die Sünde gewilligt; hätte unsnicht unser Glaube gerettet; wie, so dachten wir,wiesollten wir ein so großes Uebel thun und wider,Gott sündigen! Gott ist heilig und gerecht und ermerkt auf uns! dieser Gedanke zerstörte in uns mitMacht die Werke des ſinnlichen Herzens und wir blie-ben, was wir ohne den Glauben an Gott ſchwerlichgeblieben wären, gute Menſchen kom Zu einer andernZeit überkam uns Jammer und Herzeleid; unsre Arnbeiten wollten nicht gelingen; es drückte uns ein kran-ker Körper; allerley Ungemach ſtieß uns zu; das thatunserm Herzen weh und das Glück unsers Lebensschwand: aber siehe, eben dieser Glaube an Gottund Unsterblichkeit stellte unser Herz wieder zufriedenund ſöhnte uns mit dem Schickſal wieder aus; wirglaubten, daß unter der Regierung des Allweisen Al-les, was uns begegne, zu unserm Besten dienen müssen.1.
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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97
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