Sund daß dieser Zeit Leiden nicht werth seyen der Herrlichkeit, die einstens wird an uns geoffenbaret werden,und nun fügten wir uns mit Demuth und waren starkund getrost in Hoffnung. — Zuweilen graute uns auchvor dem Tode; abzuſcheiden von der Erde, heraus-gehissen zu werden aus dem Kreise unsrer Freunde,zu verlassen unser Werk und zu verlassen die Frei-den des Lebens, davor schauderte uns; es würdenuns liebe Menschen durch den Tod geraubt, unsreVersorger, unsre Erzieher, die Freunde unsrer Ju-gend; ach, wir konnten uns nicht gut darin finden,es war uns, als hätte der Tod mit allen seinen Schre-chen in unsern Gliedern gesessen; die Bilder unsterabgeschiedenen Freunde erschienen uns im Traumeund hinterließen uns, wenn wir erwachten in Thrä-nen: da gab es keinen Trost, nein, gar keinen Trostweiter für uns, als die tröstlichen Aussichten, welche dieReligion uns eröfnete; sie allein konnte unsern Schmerzmildern und junge ansee Angst benehmen; sie ver-wandelte die schreckliche Gestalt des Todes in ein freund-licheres Bild und erquickte uns durch die wohlthuendeHofnung eines glücklichen Windersindens früher ent-ſchlummerter Freunde. — Ach, Kinder, wie gäbendiesen unsern Glauben nicht hin nur alle Schätze derErde! er ist uns ein Freund, dessen Treue wirdurch vielfache Erfahrungen bewährt gefunden haben!Wie gesagt, Ihr könnet die Kraft der Religion noch141
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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