4•435III. Nicht wahr, m. Fr., im innigen Gefühlder segnenden Liebe Gottes, beym frohen Genuß einesheitern Frühlingstages, beym Athmen einer mildenreinen Luft, da dünkt uns nichts leichter, als frohunser Tagewerk wirken und ruhig und froh unsre An-gelegenheiten Gott anheim stellen? Aber wie, wennuns nicht so wohl ums Herz ist, wenn unsre Wünscheunerfüllt bleiben, wenn uns die Stürme der Wider-wärtigkeiten ergreifen, wenn uns der Segen Gotteszu lange ausbleibt? — Lasset uns abermals einenBlick in die Natur werfen. Wie lange erwarteten wirdoch den Frühling vergebens! Wie oft sahen wirvergebens nach ihm aus! Wir hofften von einemTage zum andern, von einer Woche zur andern; aberdie Tage und die Wochen vergiengen und er kam nicht.Ungewöhnlich lange ruhte der Frost auf der Erde.Und wenn auch einmal ein milderer Tag erschien,und wir ihn für den Anfang des Frühlings hielten,wie wurde dann unsre Hoffnung wieder getäuscht!Neue Kälte trat ein und ließ uns die wärmern Son-nenstrahlen nicht fühlen. Neue Stürme und neueSchlossen versetzten uns wieder zurück in den Winter.Wie oft ſenfte der Landmann, daß er nicht hinaus-gehen konnte, sein Feld zu ackern, und der Städter,daß er nicht hinausgehen konnte, seinen Garten zubestellen. Aber endlich, nun endlich ist er doch erschie-nen der lange vergebens erwartete Frühling, er hatC 2
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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