•⁵18jeder Dürftige Milde und Beyſtand erfahren! Oklage nicht, wer nicht schlimmer ist geängstet worden!Und dann, haben wir nicht bey allen fürchterlichenAnstalten, die getroffen werden, dennoch die Hoffnungeines baldigen Friedens? Ja, bald wird dieser heil-lose Krieg sein Ende erreicht haben; bald wird, baldmuß sie kommen die goldne Zeit des Friedens und derRuhe, wo Freude und Wonne über unserm Haupteseyn wird. Hoffet auf Gott, schüttet euer Herz vorihm aus; Er ist unsre Zuversicht!Was zum andern den sittlichen Zustand be-trift, so würde es doch wohl viel ungebührliche Drei-stigkeit verrathen, wenn man behaupten wollte, essey in unsern Zeiten durchaus schlimmer geworden.Denn eines Theils hat wohl Niemand Einsicht undErfahrung genug, um die Tugend und die Untugendunsrer und der vorigen Zeit auszumessen. Und andernTheils ist es doch unläugbar, daß auch viele Untu-genden der Vorzeit nicht bis auf uns gekommen odervon uns mehr oder weniger abgelegt worden. Wennsich alle Thorheiten und Laster, die je auf Erden imSchwange waren, sammelten, ohne daß sich bald diesebald jene wieder verlöhren; dann möchte es freilichzuletzt wohl aussehen, als wenn Gott nicht über dieWelt waltete. Aber so ist es nicht. Man hat inden neuern Zeiten angefangen, die Rohheit der vori-gen Jahrhunderte abzulegen. Der Barbarey gegen
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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