6412von den Gebrechen unsers Geschlechts vorstellet, lauterunwidersprechliche Wahrheit sey? — — Ach, bist dueingeschlummert, Hüter Israels? oder siehst du vondem Himmel nicht mehr auf die Erde herab? Hältstdu deinen Arm nicht mehr über die Völker ausgestreckt?Regiert deine Weisheit nicht mehr unter den Men-schen? Segnet deine Güte nicht mehr? Hast du unspreisgegeben einen dem andern? Müssen wir un-tertreten und uns untertreten lassen? Müssen wiruns hingeben und abwarten, wie man uns früh undspät mitspielen werde?.... Ja Freunde, so undnicht anders kann uns an dem heutigen Tage beymHinblick auf unsre gegenwärtigen Zeitumstände zuMuthe seyn; so und nicht anders, wenn wir nichtden Glauben an die ewige Vorsehung festhalten.Denn, man nehme uns einmal diesen Glauben;man überrede uns, es sey kein Gott, kein Plan, keineAbsicht, keine Regierung in den Veränderungen derWelt und in den Schicksalen der Menschen; wahrlich,da muß uns alles dunkel und verworren er-scheinen. Dann sehen wir überall nur Stückwerk,nur Widerspruch, nur Kampf menschlicher Thorheitenund Leidenschaften; dann kennen wir kein Band, wo-durch alles dieses Stückwerk zusammen gehalten wird,kein Eins, worauf sich alles bezieht, kein Ziel, wor-auf Alles hingeht. Aber lasset uns dagegen lebendi-gen Glauben an Gottes Vorsehung halten, dann
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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