⁰⁰11Aber fasset dieses alles einmal zusammen und den-ket dann noch an die Fortschritte, die dasmenschliche Geschlecht überhaupt mag ge-than haben, wie muß uns bey diesen Beobachtungenzu Muthe seyn? Unser Geschlecht soll zunehmen anEinsichten, an Kenntnissen, soll emporsteigen zurWahrheit; — und siehe, es waltet ein Heer vonZweifeln ob; wie vieles wird verworfen! wievielWiderspruch muß auch der Weiseste erwarten! wiehäufig wird über Unwissenheit, Oberflächlichkeit undMangel an Wißbegierde geklagt! Unser Geschlechtsoll zunehmen an Tugend, soll edler, verklärter, rei-fer werden; — und siehe, ein Heer von neuen Untu-genden hat sich unter uns gelagert, wogegen der Einekämpft, indeß der Andre sie in seinem Hause undin seinem Herzen beherbergt. Unser Geschlecht sollzur Ruhe und zum Heile gelangen; — und siehe, eswird durch die Gräuel eines unerhörten Krieges,durch die Wuth fürchterlicher Krankheiten, durch ge-waltsame Stürme und Verheerungen in der Geister-und Körperwelt, durch die entnervende Macht vielerThorheiten und Laster geängstet.Noch einmal frage ich, wie ist euch zu Muthe,wenn ihr euch dieses alles vorstellet? Was sagt euerHerz dazu? Wie schlägt es, wenn ihr nun denketdaß alles das, was ihr euch da von dem Verfall derSitten und der Religion, von dem herrſchenden Elende,
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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