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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
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⁵⁶⁰finden wir überall Zusammenhang, ein Ziel, Einheitund Ordnung; dann ist uns die Welt mit ihren Er-eignissen hell und klar genug. Denn, was faßt dieserGlaube in sich? Er enthält die große Wahrheit: Gottder Ewige, der Weise, der Heilige, der Vater waltet überuns; er erzieht das Menschengeschlecht und wir sollenweise und gut werden; der Weg zur Weisheit und Tu-gend führt durch tausend angenehme und unangenehmeErfahrungen, das iſt Sein Wille; ſelbſt Irrthümer undThorheiten müssen unter Seiner Regierung, wie Sturmund Wetter, zu Wohlthaten werden. O bey dieſemGlauben ist Wahrheit und Tugend das Eine Gro-ſie; alles Andre in der Welt iſt nur Nebenſache,nur Zurüstung, nur Mittel. Mag dann Elendund Mangel herrschen, wer weiß, ob nicht der weiseVater uns dadurch von der Ueppigkeit und vomLuxus zur Häuslichkeit und Eingezogenheit zurücklenkenwill. Mögen nun Irrthümer und Fehltritte began-gen werden, vielleicht soll der Mensch nach GottesWillen den vollen Gräuel der Thorheiten und Lasterund ihrer schrecklichen Folgen erfahren, damit er erschüttert und zurückgeschreckt werde von dem Wegedes Verderbens. Mag nun die Religion in tiefenVerfall gerathen, vielleicht will uns Gott desto leb-hafter empfinden lassen, was für einen unaussprechelichen Werth das reine Evangelium Jesu habe. Magnun das menschliche Geschlecht durch die gewaltsamen