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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
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010Müttern, zu eifrigen Lehrern, zu wachsamen Obrig-keiten, zu fleißigen Arbeitern, zu wohlmeynendenHerrschaften, zu treuen Dienstboten machte, dieserreligiöse Sinn hat o wie viel gelitten! Ganz leicht-sinnig kann man es übers Herz bringen, die Religion,diese heilige Angelegenheit des Menschen, zu vernach-lässigen. Selten mögen Menschen es der Mühe werthhalten, sich über diesen Punkt mit sich selbst zu verstän-digen. Noch seltener mag man in heiligen Stundender Freundschaft und Liebe ihr, der Religion, seineGedanken und Empfindungen weihen. Mit Erstau-nen bemerkt der Beobachter der Menschen, daß nichtWenige ich will nicht ſagen, Satzungen von derErfindung des Aberwitzes sondern goldne theureWahrheiten mit Kühnheit und Uebermuth anfechten.Mit innigem Schmerze muß er erfahren, daß manmit aller Frechheit sie verwirft und zertritt, daß mansich wohl gar nicht einmal schämt noch scheut, sie mitGewalt und Wuth zu verhöhnen. Daß man den öffent-lichen Gottesdienst und was damit in Verbindung steht,geringschätzt, ihn aus Leichtsinn oder aus Verkehrt-heit, aus Absicht oder aus Trägheit dergestalt in Ver-fall gerathen läßt, daß an Verbesserung und Wieder-herstellung kaum zu denken ist; dies ist bey der gan-zen Sache noch das Geringſte und dies kann uns durch-aus nicht befremden, wenn wir den Geist unsrer Zeitnur einigermaßen kennen.