#ihre Lebenstage fortempfindeln oder fortvertaumeln:Wem iſt die Ueppigkeit und die Schwelgerey unbekannt,die aus so vielen Häusern schallert? Wem die Lie-derlichkeit, die Jünglinge und Jungfrauen entnervt,Männer und Weiber, Wittwer und Wittwen brand-markt? Wer bemerkt den Luxus nicht, der hinterdem blendenden Glanze seines Goldes und Silberses verbirgt, daß der häusliche Wohlstand, der häus-liche Friede und viele häusliche Tugenden verscherztsind? Welche Untugend hat nicht einen gelindernNamen bekommen, der ihre Schändlichkeit bedeckensoll? Mit welcher Feinheit und Gewandheit weißman die unlautern Regungen des Herzens unsichtbarzu erhalten und seinen Worten und Sitten das Ge-präge der Lauterkeit zu geben! Wie treibt die Selbst-sucht ihr Spiel! und wie der Eigennutz, dem jeglicheEmpfindung des Wohlwollens fremd ist, der beymGenuß der Freude, im Besitz der Ehre, beym Füllenseiner Schränke dem blutenden Jammer seiner Ne-benmenschen mit Kälte zusehen kann!Ich kann, ohne uns Unrecht zu thun, was drit-tens den Zustand des Religionswesens betrifft,hinzusetzen, der religiöse Sinn, der unsre Vorfahrenzum Guten ermunterte, vor der Verführung schützte,in der Versuchung rettete, in der Tugend standhaftmachte, im Elende tröstete; der religiöse Sinn, dersie zu guten Bürgern, zu gewissenhaften Vätern und
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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