50mächtigsten Häuser werden gestürzt. Eine der Haupt-quellen des Wohlstandes ist verstopft. Armuth undNoth nehmen überhand. Die Armuth des einenergreift den andern mit. Der thätigste, vorsich-tigste, redlichste Mann ist zu jeder Stunde in Gefahr,derselbigen Noth preisgegeben zu werden. Bis jetztist es hierin noch nicht besser geworden, vielmehr istdas Elend gestiegen. Wo will das hinaus, Freunde!Bemerket zweitens den sittlichen Zustandunsrer Zeit. Unläugbar hat unser gegenwärtiges Zeit-alter Fehler, die dem vorigen unbekannt oder dochnicht so eigen waren. Ich will nichts sagen von dembarbarischen Verfahren einzelner Menschen, noch vonden einzelnen Schandthaten, welche hie und da diegroße Noth hervorgebracht hat. Dergleichen findetman zu jeder Zeit. Aber wem kann der Leichtsinn un-bemerkt bleiben, womit man über die wichtigsten An-gelegenheiten wegsieht und die erheblichsten Geschäftebetreibt? Wer steht die vielen Menschen nicht, diedurchaus ohne Grundsätze sind und schlechtweg nachihrer Laune, nach dem Wetter, nach ihrem Blutehandeln? Wer bemerkt es nicht, wie — nicht vonernsten redlichen Forschern — sondern von diesen leicht-sinnigen, grundsatzlosen Buben Zweifelsucht und Un-glaube ausgeht und zum Fluch für die Welt sich immerweiter verbreitet? Wer kennt die Weichlinge nicht,die jegliche Anstrengung scheuen, unthätig und unnütz
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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