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2 (1926) Sicht in Vorzeit und Mittelalter
Entstehung
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Ankömmlinge, und das Jahrhundert, welches Lübecks Gründung folgte, sahhier bald die ganze Reihe von Hafenplätzen und Seestädten entstehen, welchenoch heute hauptsächlich den Verkehr zwischen der Südwelt und dem euro-päischen Nordosten vermitteln. Um das Jahr 1170, da Helmold schrieb, ge-denkt er am Schlüsse seiner Chronik der Erbauung Rostocks an der Warnow.Dreißig Jahre später gründet der große livische Kirchenfürst Albert vonBuxhövden seinen Bischofssitz Riga an der Düna. Im Jahre 1209 legt Jeromarvon Rügen an dem Meeresarme der Ostsee, der die Insel vom Festlande trennt,die Stadt Stralsund an, die bald wetteifernd neben dem alten Wolgast undStettin emporblüht. Ein Dezennium später unternimmt Waldemar der Däneseine Heerfahrt gegen Estland, welcher die Burg und Stadt Reval ihr Entstehenverdanken. Dann zieht um das Jahr 1226 der deutsche Orden in das Polen-land. Im Osten der Weichsel beginnt der Kampf mit den Preußen, und binnenkurzem füllen sich nun die nördlichen Uferlande des Stromes sowie die ihmbenachbarten Gebiete mit den Burgen, Waffenplätzen und geistlichen Stif-tungen der mönchisch-kriegerischen Eroberer. Dort werden Kulm, Thorn,Marienwerder angelegt, und während das von altersher hochwichtige Danzigim Westen des Weichseldeltas an neuer strategischer Bedeutung gewann,gründeten im Osten desselben betriebsame Kolonisten aus Lübeck um dasJahr 1237 neben der festen Ordensburg Elbing die Handelsstadt gleichenNamens an der Nogat. Fast zur selben Zeit ward im Obotritenlande die StadtWismar, an der pommerschen Küste Greifswald erbaut. Mit den siegreichenFortschritten des Ordens nach Nordosten gelangten dann die Deutschen baldauch in den ihnen solange bestrittenen Besitz der Küstenlande zwischenWeichsel und Memel: im Jahre 1250 ward an der Mündung des letztgenanntenFlusses die Burg und Stadt Memel angelegt, und fünf Jahre später, ungefährzur selben Zeit, da am livischen Gestade Pernau erstanden sein soll, gründeteKönig Ottokar von Böhmen nach dem ruhmvollen Ausgange seines Kreuz-zuges gegen die Preußen das feste Königsberg am Pregelstrome.So waren im Verlaufe von kaum hundert Jahren auf einem Küstengebietevon etwa zweihundert und fünfzig Meilen Ausdehnung vierzehn der größtenStädte entstanden und zugleich den von früher her dort bestehenden neueBahnen geöffnet. Deutschland entfaltete damals eine Kolonisationstätigkeit,welche in ihren Erfolgen an die glänzendsten Zeiten der Verbreitung grie-chischen Lebens am Mittelmeer erinnert. (Kurd von Schlözer, Die Hanseund der deutsche Ritterorden in den Ostseeländern, 1851.)

DIE HANSE UND LÜBECK

In der zweiten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts traten die seit langemschon durch ihre gemeinschaftlichen Handelsinteressen eng verbundenenStädte des nördlichen und mittleren Deutschlands in immer zahlreicherenVereinen zusammen, um ihre Gerechtsame und Verfassungen gegen dieschrankenlosen Eingriffe der Landesfürsten zu sichern und so zugleich demMangel einer einigenden, schützenden Reichsgewalt abzuhelfen.Den äußeren Anstoß zur Bildung dieser norddeutschen Städtevereine hatte

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