darf man die Kost bessern. In ihrem Hause essen die Brüder zwei und zweimiteinander, nur Mus und Trank hat jeder allein. In allen Häusern, wo einKonvent der Brüder ist, nämlich nach der Zahl der Apostel zwölf Brüderund ein Komtur, soll man die Lektion bei Tische halten, und alle Essendensollen schweigen. Sonst soll man bei Tische wenig reden, wenn nicht derOberste Gästen zu Gefallen Erlaubnis gibt. Angebrochenes Brot soll mannach Tische als Almosen geben. Außerdem den zehnten Teil alles Brotes,das in dem Ofen des Hauses gebacken wird. An bestimmten Tagen sollendie Brüder fasten, an jedem Fasttage haben die Brüder eine Abendkollation,diesen Trunk sollen sie tun zwischen Vesper und Komplet (dem letzten Gottes-dienst) und dabei von ehrsamen Dingen leise sprechen. Alle Brüder sollenin einem Raum schlafen, begürtet mit Hemd, Niederkleid und Hosen, jederin besonderem Bett, ausgenommen die im Dienst des Ordens anderswo schlafen.In der gemeinsamen Schlafstelle soll jede Nacht Licht brennen. Wenn dieKomplet gesprochen ist, dann sollen die Brüder schweigen, bis die Primedes nächsten Tages gesungen ist, außer in Notfällen.
Kein Bruder darf ein Siegel haben, keiner Briefe absenden oder lesen ohneErlaubnis des Oberen, der Vorlesung fordern darf. Die Brüder dürfen tauschenoder verschenken, was sie aus Holz für sich gemacht haben. Kein Bruderim Hause darf ein Schloß an Truhe und Schrein legen.Rosse, Waffen, Knechte und was dem Bruder zum Streite nötig und erlaubtist, soll er nach Landesgewohnheit führen (nicht selbst besitzen). Aber nichtSilber, Gold und weltliche Farben an Schild, Sattel, Zaum. Sattel, Schaftund Schild sollen keine Überdecke haben. Rosse oder Waffen, die einemBruder verliehen sind, darf der Obere ohne Widerspruch anderen geben;niemand soll bestimmte Waffen und Rosse fordern, hat er Einwand gegendie zugeteilte Rüstung, so soll er ihn demütig kundgeben. — Jagd mit Hundenund Federspiel sollen die Brüder nicht üben. Wo Jäger nützlich sind, darfder Orden sie halten, und die Brüder dürfen sie zum Schutz begleiten, nurwilde Tiere dürfen sie töten ohne Jagdhunde und Vögel schießen zur Übung.Die Brüder sollen einträchtig leben in Sanftmut, von niemandem Übles raunen,nicht von vergangenen Taten, nicht afterreden, nicht lügen, fluchen, schelten,streiten, prahlen, nicht schlagen und nicht drohen. Hat ein Bruder den anderenerzürnt, soll er ihn um Verzeihung bitten, bevor die Sonne untergeht.Bei allen Geschäften, welche die Ordensgemeinde angehen, bei Einsetzungund Absetzung, bei Landverkauf, bei Aufnahme von Brüdern, soll der Meisteralle gegenwärtigen Brüder versammeln, dem besseren Rat der Brüder sollenMeister oder Obere folgen, aber sie selbst sollen entscheiden, welcher derbessere Rat sei.
Brüder auf der Wegefahrt sollen gutes Beispiel geben; Herbergen von bösemLeumund sollen sie meiden. Zu Hochzeiten, Rittergesellschaften und welt-lichen Spielen sollen die Brüder selten gehen; wo man Argwohn haben kann,sollen sie das Gespräch mit Frauen, zumeist mit jungen, meiden; Frauendürfen sie nicht küssen, auch nicht ihre eigene Mutter und Schwester. Ge-bannte Leute sollen sie meiden, und Gevatter sollen sie nur stehen, wenn dasKind in Todesgefahr ist.
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