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2 (1926) Sicht in Vorzeit und Mittelalter
Entstehung
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Jahre darauf diese geistliche Ritterschaft auf ihren tieferen Sinn geführt;sie bezeugte ihm Gottes lebendige Gegenwart in derWelt", sie sollte dazuhelfen, das dem Christentum scheinbar feindliche Element, Krieg und Krieges-sinn, dem Reiche Christi einzuordnen. Den gleichen Sinn aber deutet schonder Aufruf von 1128 an er scheint uns bedeutend genug, ihn herzusetzen:An alle richtet sich eingangs unsre Rede, die es zu wenig finden, dem eignenWillen zu folgen und den Ritterdienst für den höchsten und wahren Königmit reinem Mute begehren: die mögen nun das herrliche Leben in der Rüstungdes Gehorsams erwählen und in gespanntester Mühe ihren eignen Wunschbeharrlich vollenden. Ihr also, die ihr bisher weltlichen Abenteuern, denennicht Christus den Grund gab, aus bloßer Menschenlust nachgegangen seid euch fordern wir auf, zu ewigem Bunde in die Gemeinschaft derer zu eilen,die Gott aus der verderbten Masse auserlesen und in gnädiger Huld zumSchutz der Kirche zusammengeführt hat. Vor allem aber: wer du auch seist,du Ritter Christi, der du so heiligen Wandel erkürst du mußt mit reinemBedacht und fester Ausdauer an dein Gelübde gehen. Denn es ist vor Gottso würdig, heilig und erhaben, daß du, wenn du es rein und ausdauernd hältst,das Himmelslos unter den Kriegsleuten gewinnen wirst, die für Christus ihrLeben gelassen haben. In diesem Gelübde ist jetzt der Ritterstand zu neuemBlühen und Leben gelangt, nachdem er lange, statt im Eifer für das Recht,die Armen und die Kirchen zu schützen, wie es ihm zukam, geraubt, ge-plündert und getötet hat. Wohl also uns, da der Herr und Heiland JesusChrist seine Freunde aus der Heiligen Stadt zu uns nach Franzien und Bur-gund geführt hat." (Wolfram von den Steinen, Bernhard von Clairvaux, 1926.)

DER DEUTSCHE ORDEN: HERMANN VON SALZA

Der helle Tag des alten deutschen Rittertums ging zur Rüste. Noch einmal,glänzender denn je zuvor, war die Blüte des adligen Deutschlands, an vierzig-tausend Ritter, um ihren Helden versammelt, als der alte Kaiser Rotbartauf dem Reichshoftage zu Mainz seinen Söhnenden ehrenreichen Schlagschlug" und selber noch mit der Lanze im adligen Spiel sich tummelte (1184).Drei Jahre noch so nahe berühren sich Glanz und Fäulnis auf diesem steilenGipfel altritterlicher Zeit und der ritterfreundliche Kaiser legte dem deut-schen Adel selber die Axt an die Wurzel, gab ihm das selbstmörderische Rechtder Fehde. Nach abermals drei Jahren hatte der ruhmreichste Vertreterdeutscher Ritterherrlichkeit im Morgenlande sein Grab gefunden. In diesen ver-hängnisvollen Tagen, auf demselben Kreuzzuge, der dem Kaiser den Todgab, entstand der deutsche Orden von Sankt Marien, ein nachgeborenes Kinddes älteren deutschen Rittertums. Als die Lateiner die Feste Akkon belager-ten, erbarmten sich reiche Kaufleute aus Lübeck und Bremen der siechenLandsleute und nahmen sie auf in ihre Segelzelte. Deutsche Ritter boten denVerwundeten fromme Pflege, wie der Welsche sie längst schon bei seinenTemplern und Johannitern fand. Nach der Eroberung der Stadt ward dieritterliche Brüderschaft für die Dauer gestiftet, vereinigte mit sich ein älteresHospital der Deutschen zu Jerusalem und gründete in Akkon ihren Haupt-

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