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2 (1926) Sicht in Vorzeit und Mittelalter
Entstehung
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Südens ihm einflößte, erließ er den Heeresbefehl, daß jede Verletzungstrengster Manneszucht mit Verstümmelung der Hand bestraft werden sollte.Die Bürger überbrachten ihm hier die Schlüssel der Hauptstadt. Auch dieJuden und Araber erklärten ihre Unterwerfung und erhielten die Bestätigungdes bisherigen Schutzes. Während der Tage, welche unter den Vorberei-tungen zum festlichen Einzüge vergingen, hielt er mannigfache militärischeWettkämpfe und Schauspiele ab, teils zur Lustbarkeit, teils um sein Heer,das mit Beute beladen war und im Überfluß des reichen Landes schwelgte,in kriegerischer Übung zu erhalten.

Endlich, am 20. November 1194, schmückten sich die Häuser Palermos mitTeppichen, Blumen und Laubgewinden. Die Straßen wurden mit Palmenbestreut. Die Luft duftete von Wohlgerüchen. Weit vor die Stadt hinausritten die vornehmsten Bürger zum Empfang des Kaisers: zuerst, in Ab-teilungen geschieden, der Adel, nach ihm die Ältesten der Stadt, dann dieMänner, zuletzt die Jünglinge, alle auf reichgezäumten Rossen, in buntfarbiger,prächtiger Kleidung. Die Fanfaren ihrer Musikbanden begrüßten mit hellemSchall das deutsche Heer, welches in langem Zuge, schimmernd in Waffen-glanz, zwischen ihren Reihen hindurch sich der Stadt näherte. Inmitten seinesHeeres ritt der Kaiser; sein jüngster Bruder Philipp, sein Oheim, der Pfalz-graf vom Rhein, der junge Herzog Ludwig von Bayern, der mächtige Mark-graf von Montferrat, der Erzbischof von Capua, eine große Zahl deutscherund italienischer Bischöfe und Grafen in seinem Geleite. Wem von allen,die dem Kaiserjüngling auf seinem Siegeszuge ins ernste, stolze Antlitz sahenund neben ihm den blonden, blauäugigen Bruder erblickten, denjungensüßen Mann, schön und tadelsohne", wem stieg wohl da die Ahnung auf,daß in wenigen Jahren der eine ein Raub des Todes sein und nach kurzerZeit des Kampfes und der Sorge der andere, von ruchloser Hand getroffen,ihm ins Grab nachfolgen würde! Sie beide dachten gewiß am wenigsten anso jähes Schicksal, die jetzt von den Türmen Palermos das deutsche Bannerwehen sahen, den lauten Zuruf des Volkes hörten, das dichtgedrängt dieStraßen füllte, und zwischen der Menge hindurch, die beim Nahen des Kaisersnach Landessitte zur Erde niederfiel, dem königlichen Schlosse zuritten.(Theodor Toeche, Kaiser Heinrich VI., 1867.)

KAISERGLANZ FRIEDRICHS II.

Als Kaiser Friedrich II. auf der Höhe seines Glanzes nach Deutschland kam(1235), da begleiteten ihn schatzbeladene Quadrigen und nie gesehene Tiereexotischer Länder, von Sarazenen und Äthiopen geführt, da feierte er vorBettelmönchen und Ordensrittern die Erhebung der heiligen Fürstin Elisabethund setzte ihr im Sarg eine goldene Krone aufs Haupt, da befahl er den Tag,wo er im Kreise der Fürsten die Versöhnung mit den Weifen beging, in alleAnnalen einzuschreiben, weil er da das römische Reich gemehrt habe, undverkündete selbst zur Einsetzung des weifischen Herzogs:Ruhmvoll inseiner Majestät hat der Herren Herr, der die Reiche gebaut und das Kaiser-tum gefestigt hat, von dessen Milde wir leben, dessen Geschenk es ist, daß

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