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2 (1926) Sicht in Vorzeit und Mittelalter
Entstehung
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Lechfelde erschlagen, auch sein Schwestersohn Reginbald. Der König trauertetief über den Verlust dieser Braven. Aber keinen beweinte er mehr als seinenEidam Konrad, der als das kostbarste Opfer des ruhmreichen Kampfes ge-fallen war. Noch einmal, wie in der Frühe des Tages, hatte er sich in denStreit gestürzt, mit Löwenmut gekämpft und die fliehenden Feinde verfolgt.Aber als er erschöpft von der Arbeit des Streites und der glühenden Hitzeder Augustsonne die Helmbänder lüftete, um aufzuatmen, traf ihn ein Pfeilin die Gurgel. So war sein Wunsch erfüllt: für König und Vaterland warer den Tod des Helden gestorben, die schwere Schuld hatte er mit dem höchstenPreise gesühnt. Otto betrauerte ihn lange, und ließ den Mann, den er einstvor allen geliebt, mit den größten Ehren zu Worms bei seinen Vätern be-statten.Konrad", sagt Widukind,war ein großer Held und die Welt seinesRuhmes voll, alle Franken beklagten und beweinten sein Ende". Er warder Ahnherr eines mächtigen Geschlechts, das später ein Jahrhundert langauf Deutschlands Thron gesessen hat.

So waren abermals die Ungarn in einer großen Feldschlacht von den Deut-schen besiegt und ihre ganze Heeresmacht vernichtet worden. Seitdem ver-ging ihnen die Lust, in die deutschen Länder einzubrechen, und da zu derselbenZeit auch die Mark von Aquihja, dem deutschen Reiche verbunden, bessergeschützt wurde, standen sie endlich von weiteren Angriffen auf das Abend-land ab. Nachdem sie noch eine Zeit lang ihre verheerenden Züge gegen dasmorgenländische Kaisertum gerichtet hatten, begannen sie, sich feste Wohn-sitze in der fruchtbaren Donauebene zu gründen und gaben das zuchtloseNomadenleben allgemach auf. Obwohl sie alsbald, schon selbst um ihrenBesitz besorgt, mit Wällen und Pfählen das sumpfreiche Land an ihren west-lichen Grenzen verschanzten, drangen doch die hier angesiedelten deutschenKriegsleute über die Enns vor, die bis dahin die Grenze des Reiches gebildethatte. Ein schöner Landstrich wurde unter der Enns in rühmlichen Kämpfendem Reiche gewonnen, und erst dadurch erlangte die bayrische Ostmarkwieder festen Bestand, aus der dann in späterer Zeit Österreich zu großerMacht und hohen Ehren erwachsen ist. (Wilhelm Giesebrecht, Geschichteder deutschen Kaiserzeit, 1855.)

DEUTSCHE NATION UND CHRISTLICHE KAISERWÜRDE

Dieses erste Zeitalter der sächsischen Kaiser war für Deutschland die glück-liche Periode der größten Macht und geordneten Stärke, der inneren Ruheund des blühenden Wohlstandes, sowie der beginnenden Geisteskultur invielen ausgezeichneten, vortrefflichen Werken und anderen Schriften derlateinischen Schule, der auch die Entwicklung der eigenen Landessprachebald zu folgen anfing. Ebenso unhistorisch, aber noch viel törichter als jeneden Karolingern und überhaupt dieser alten Zeit gemachten Vorwürfe wegender unpolitischen Reichsteilung, sind die wiederholten Klagen und das immer-währende Bedauern der neueren Historiker über die beständigen Heerfahrtender deutschen Könige und Kaiser nach Rom und nach Italien und über das

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