Ungarn auf die schwäbischen Heerhaufen, und auch diese hielten dem Sturmnicht stand. Und schon stand der Feind hier drohend im Rücken der könig-lichen Schar, während von vorn noch die Hauptmacht der Ungarn in festerOrdnung zusammenhielt. Da ließ Otto den tapferen Konrad mit den Frankeneine Schwenkung machen, um dem Angriffe zu begegnen, welcher der könig-lichen Schar vom Rücken her drohte. Furcht ergriff inmitten solcher Gefahrselbst die ältesten Krieger, aber Konrad fürchtete nichts; er wünschte denTod, und eine junge Mannschaft, die meist noch nie dem Feinde ins Augegeschaut hatte, drängte sich um den tapferen Führer, bereit, ihm in den Todzu folgen. So drang Konrad vor und focht einen Kampf ohnegleichen. Wodie Franken einhieben, zerstoben die Ungarn. Viele der Feinde bedeckten,den Atem verhauchend, den Boden, andere fielen in die Hände der Franken,endlich ergossen sich ihre Scharen in wilde Flucht. Die gefangenen Böhmenwurden befreit, das Gepäck wieder gewonnen, und mit siegreich wehendenFahnen kehrte Konrad zum Könige heim.
Eine große Gefahr war beseitigt, aber der Kampf mit der dem Könige undden Bayern gegenüberstehenden Hauptmacht noch nicht einmal begonnen.Otto selbst sah, daß die Hauptentscheidung erst jetzt zu erringen sei. Erordnete, als er den Feind im Rücken nicht mehr zu fürchten hatte, in weit-ausgebreiteter Schlachtordnung sein Heer gegen die Feinde und redete dannseine Krieger, wie Widukind meldet, in solcher Weise an: „Ihr seht, daß wirKraft und Macht jetzt beweisen müssen; denn nicht fern von uns, sondernvor unseren Augen stehen die Feinde. Aber ich fürchte sie nicht; allenthalbenhabe ich mit euch in der Fremde gesiegt und sollte nun mit euch in meinemeigenen Lande den Rücken wenden! Ja, ich weiß es, an Menge übertreffenuns die Feinde, aber nicht an Tapferkeit und Rüstung. Denn meist sind sieohne Waffen, und ihnen fehlt überdies die Hilfe Gottes, unsere beste Waffe!Sie schützt nur ihre Vermessenheit, unsere Wehr ist die Hoffnung auf Gottund seinen Beistand. Wahrlich wir müßten uns schämen, wollten wir, nach-dem wir Europa uns Untertan gemacht haben, unser Reich den Feinden zuLehen geben. Nein, besser ist es, ruhmvoll im Kampfe zu fallen, als unterdem Joch der Feinde ein Sklavenleben zu führen." Darauf ergriff er denSchild und die heilige Lanze und sprengte zuerst hoch zu Roß in die Feindehinein, Streiter und Führer zugleich. Das Heer ihm nach ritt auf die Ungarnlos, und sofort entspann sich der Kampf auf allen Seiten. Bald wichen dieUngarn, nur die Verwegensten behaupteten noch ihre Stelle. Fürchterlichwütete das Schwert in den Reihen der Feinde. Nicht lange, so waren ihreMassen überall auseinandergesprengt und stürzten sich in wilde Flucht.Manche flüchteten sich, wenn ihre Pferde ermüdet, in die Dörfer, die hierund da in der Ebene zerstreut lagen: aber es folgten ihnen die Deutschen,äscherten die Stätten ein, und die Flüchtlinge fanden den Tod in denFlammen. Viele eilten an Augsburg vorüber dem Flusse zu und fanden hierein klägliches Ende. Das Lager der Ungarn fiel noch am selben Tage in OttosHände, der alle Gefangenen befreite.
Erst am Abend des blutigen Tages sammelten sich wieder die Deutschen.Mancher wackere Mann fehlte in ihren Reihen. Graf Dietbold lag auf dem
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