Hand einzusammeln. Noch pflügten sie in früheren Zeiten selbst; und bisauf diese Zeiten hinab geschah dies in einzelnen Orden (worin besondersdie Zisterzienser sich auszeichneten, die anfangs keine ständigen Geld- oderandere Gefälle besitzen durften), sowie in einzelnen Klöstern von Mönchenund Laienbrüdern. Insgemein ward ihnen zu einer neuen Ansiedlung einnoch unbebauter oder durch feindliche Einfälle verwüsteter, seinem Grund-herrn nutzloser Fleck Landes, mit Gebüsch bedeckt oder von Wasser über-schwemmt, die urkundlich noch unfruchtbare Öde im wilden Bergtal zu-gewiesen, wo pflügbares Land von Anfang her fehlte, dasselbe ringsum vonihnen angekauft. Mit eigener Hand rodeten sie den Wald und bereiteten, wosonst der Wolf, der Bär, das Elen gehaust, friedliche Wohnstätten der Men-schen. Sie leiteten die wilden Gewässer ab, wiesen durch Eindeichungendie austretenden Ströme in ihr Bett zurück; und bald winkten lachendeAuen, fette Weiden, wo zuvor nur die Eule gekreischt hatte, sonst einzig dertraurige Ruf der Unke gehört ward. Das galt noch in diesen Zeiten; undsolches Bemühen erwarb ihnen leicht den Nachlaß des Zehnten von demdurch sie urbar gemachten, nachmals bebauten Boden. Der Hang zur Ein-samkeit, das Bestreben, die menschlichen Leidenschaften durch jeden Zaumzu zügeln, trieb sie, selbst ungesunde Landstriche aufzusuchen und dieselbendurch Anbau nicht bloß gesund, sondern erträglich zu machen. Selbst neuereSchriftsteller mißkennen es nicht, daß das durch die unablässigen Einfälleder Barbaren verwüstete Italien seine Herstellung, den Frieden und die Er-haltung des letzten Restes von Künsten den Klöstern verdanke. Überall,wo sie sich erhoben, trat Anbau, Milderung des Zustandes, freundliches Ver-hältnis zu den Untergebenen hervor. —
Mit vieler Anstrengung und großem Aufwand wurden Dämme gegen dieMeerflut gesetzt und dem Element der Boden abgerungen, den hierauf derFleiß in fruchtbares Gelände umschuf. Sümpfe verwandelten sich in Acker-land und zu Wohnstätten der Menschen. Die Mönche suchten dergleichen zuerwerben, um sie nutzbar zu machen; ja, ihre Klöster selbst erhoben sichbisweilen aus solchen. Wo der Sumpf sich nicht austrocknen ließ oder wennes die sonstige Wirtschaft erforderte, wurde Streue gesammelt und hierdurchdem Ackerland aufgeholfen, selbst der Ertrag an Blutegeln nicht verschmäht.Sie staueten die Wasser auf, versperrten dessen unterirdische Abflüsse undbildeten kleine Seen, die ihrer Tafel Fische, der Gegend Anmut gaben; odersie gruben Teiche und leiteten den Überfluß des Wassers in diese und vereinig-ten mit dem gleichen Zweck denjenigen, das Land trocken zu legen. Es istnoch in späteren Zeiten beobachtet worden, daß ihre Güter durchgehends inbesserem Stande sich befanden als die Laiengüter.
überhaupt richteten sie sich in Benutzung ihrer Grundstücke mit verständigerAufmerksamkeit nach dem Himmelsstrich, dem Boden, der örtlichen Lage.Im Norden trieben sie vornehmlich Viehzucht; Weiden für großes Vieh, dasRecht, die Schweine in die Wälder zu treiben, waren dort die nutzreichstenSchenkungen. Anderwärts verlegten sie sich auf die Obstbaumzucht, derenVeredlung von ihnen ausging. Man sah die schönsten Gemüse- und Obst-gärten in der Umgebung der Klöster; und wo man weit zurück in vergangenen
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