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2 (1926) Sicht in Vorzeit und Mittelalter
Entstehung
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gottesfürchtige Römer seinen Knaben dem weitgeehrten Mann zur Erziehungbrachte, so konnte die Genossenschaft auch ferner Knaben, sei es armer, seies begüterter Eltern, zur Erziehung als künftige Glieder aufnehmen; wollendiese hierfür jene mit einer Gabe bedenken, so möge dieselbe angenommenwerden, doch nur sofern sie stets gemeinsam bleiben solle, denn Besonderessollte keiner, der in sie eingetreten, hinfort mehr besitzen.Wenn auch Benedikt in der Anordnung, daß in jedem Kloster eine Bibliotheksich befinden müsse, zunächst gewiß nur der heiligen Schrift und der Werkevon Kirchenlehrern gedachte, so war hiermit die Möglichkeit eröffnet, auchandere Bücher aufzunehmen, und dem Schreibstift, welcher jedem Ordens-bruder übergeben wurde, verdanken wir nicht allein beinahe den gesamtenVorrat an Schriftstellern des Altertums, welcher auf uns gekommen ist, sondernwohl alles, was wir von den Ereignissen in Europa, von den Bestrebungendes menschlichen Geistes während sieben Jahrhunderten wissen. Die Über-reste aller Kenntnisse, die einst durch das Abendland verbreitet waren, hattenin den zahlreichen Genossenschaften, die nach Benedikts Vorschrift lebten,die einzigen Stätten der Pflege, wenigstens der Bewahrung gefunden; vonihnen aus gingen alle (wenn immerhin dürftigen) Arbeiten auf jedem Gebieteder Wissenschaft, und nicht leicht eines, der allen und zu jeder Zeit zugäng-lichen, blieb während eines so langen Verlaufs ohne Anbau. Schon in denersten Jahrhunderten zeichneten sich einzelne Häuser des Ordens durch ihreBibliotheken aus, je nachdem Vorsteher, wie Cassiodor, Vielseitigkeit wissen-schaftlicher Bestrebungen anzuregen wußten. Im siebenten Jahrhundertreiste der Gründer und Abt des Klosters Weremouth in England, Benedikt,mit'dem Zunamen Bischof, nie nach Rom, (und er begab sich fünfmal dahin),ohne mit einem großen Büchervorrat zurückzukommen, und wußte beinebensaus dem übrigen Italien und aus Frankreich manchen lateinischen undgriechischen Schriftsteller zu erwerben. So bereicherte im neunten Jahr-hundert Abt Gervin von St. Riquier sein Kloster mit 36 Bänden. Eine anZahl und Inhalt noch wertvollere Bereicherung seiner schon ansehnlichenBüchersammlung verdankte Reichenau der Fürsorge seines SchreibersReginbert, der unter vier Äbten durch eigenen Fleiß, durch Mitwirkunganderer und durch Geschenke von Freunden in 42 Bänden eine große ZahlWerke aus allen Wissenschaften und allen Zeiten gesammelt hatte. WieKönig Eduard der Lange die Juden aus England vertreiben und ihre Habezum Besten des königlichen Schatzes verkaufen ließ, erwarb das KlosterRamsay alle hebräischen Bücher derselben, also daß nirgends in England ansolchen ein ähnlicher Schatz zu finden war. (Friedrich von Hurter, Geschichtedes Papstes Innocenz III. und seiner Zeitgenossen, 1834/42.)

DIE KLÖSTER UND DER LANDBAU

Den Ackerbau stellte schon die Regel des heiligen Benedikts als eine nütz-liche und, da Handarbeit mit geistlicher Betrachtung wechseln sollte, als einedes echten Mönchs würdige Beschäftigung dar; so daß es die Brüder nichtkränken dürfte, wenn Armut sie zwänge, die Früchte ihres Bodens mit eigener

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