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2 (1926) Sicht in Vorzeit und Mittelalter
Entstehung
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aus diesem Volke einen Dienstvertrag mit dem hingeschiedenen Kaiser ein-gegangen war, regte seine Deutschen an und bewog die römischen Legionen,Constantin zum Augustus zu proklamieren. Vorzüglich durch germanischeTruppen besiegte der Imperator seinen heidnischen Gegner Maxentius undkonnte die Freiheit des Christentums bis an die Grenzen Asiens durchsetzen.Im entscheidenden Kriege gegen Licinius war es der Franke Bonit gewesen,der ihm unschätzbare Dienste geleistet. Constantin setzte die germanischenAnsiedlungen seiner Vorgänger fort; sogar das gesamte Volk der Vandalenwurde in den Reichsverband aufgenommen: ein Schritt von solcher Größe,wie noch kein römischer Herrscher seit Augustus ihn gewagt. Aber Constan-tin tat mehr: den Germanen waren höhere Ämter und Würden bisher vomStolz und vielleicht von der Besorgnis der Römer versagt worden. Der kühne,weitschauende Neuerer hatte diese Vorurteile nicht; er benutzte die Kraftund Klugheit der Germanen, wie den Einfluß der unbeugsam scheinendenchristlichen Hierarchie für seinen Thron und das gesamte Staatswesen.Er scheute sich nicht, die blonden Fremdlinge zu den höchsten Großwürden-trägern des Reiches zu machen. Sogar die Rutenbündel und golddurchwirkteAoga der Konsuln, das Vornehmste, was der Römer nach althergebrachterTnschauung erlangen konnte, das Streben der ehrgeizigsten, reichsten, be-deutendsten Männer, das selbst dem kaiserlichen Purpur noch einen neuenGlanz hinzufügte, blieb seit Constantin den Germanen nicht mehr vorent-halten. Von dieser Zeit an füllen sich die römischen Geschichtsbücher immerdichter mit deutschen Namen. Vorzüglich scheinen es Goten gewesen' zusein, das nächste germanische Volk von Byzanz aus, welche ConstantinsHuld genießen konnten. Gotischen Königen stellte der Kaiser Bildsäulenim Gebäude der Kurie von Konstantinopel auf. Er überhäufte die Germanenmit Gnaden und Geschenken. In seinem Palaste drängten sich unaufhörlichdie Gesandtschaften der verschiedensten Völker zusammen. Jede legte demweitberühmten Herrscher die köstlichsten Gaben ihres Landes zu Füßen:Goldene Kronen, Diademe mit Juwelen besetzt,barbarische" Gewändervon Gold und Blumen durchwirkt, kunstvolle Bogen und Pfeile. Die schönenund kriegerischen Germanen werden es gewesen sein, welche reizende Knabenmit blondem Haar, Pferde, Schild und Lanzen darbrachten. Der Kaiser ent-ließ die Gesandten reicher als sie gekommen waren, und schmückte ihreVornehmsten mit den Titeln und Insignien der höchsten Würden. Entzücktüber diese Huld, in der Aussicht auf fortgesetzte Gnaden, vergaßen die meistender Heimkehr in ihr unwirtlicheres Vaterland, und blieben alserlauchte" undhochansehnliche" römische Große in Byzanz. Der kluge Kaiser erreichtedurch dies Verfahren eine Ergebenheit des gesamten gotischen Volkes, diesich auf seine ganze Dynastie übertrug, und erlangte treue, tüchtige, tapfereDiener für seinen Thron und das Imperium. (Heinrich Richter, Das west-römische Reich, 1865.)

ATTILAIn den Gegenden zwischen der Donau und der Theiß in einem sehr großen,mit Pfahlwerk umgebenen Dorfe erhob sich, mitten in einem sehr großenHofe, ein hölzernes, mit vielen Gängen umgebenes Gebäude, die Wohnung

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