am Rhone. Das erste Heer unter Marcus Aurelius Scaurus lagerte, so scheintes, außerhalb des römischen Gebietes: er wurde gänzlich geschlagen und alsGefangener vom Kimbrerkönig in der Versammlung niedergestoßen, im Zornoder zur Abwendung eines bösen Omens, weil er vor den Germanen die Römerunbesiegbar genannt hatte. Zum Führer des andern Heeres sandten jetztdie siegreichen Germanen aufs neue eine Botschaft, zum dritten Male suchtensie den Frieden, baten um Land und um Saatkorn, der hochfahrende ServiliusCäpio aber fügte den Gesandten solche Schmach zu, daß sie kaum mit demLeben davonkamen. Da taten die Germanen nach heimischem Brauch ihrschweres Schlachtgelübde, alles im feindlichen Heer den Göttern zu senden,wenn diese den Sieg verliehen. Am nächsten Tage stürmten sie bei Arausiodas befestigte Lager des Konsuls und vernichteten gleich darauf in einerneuen Schlacht auch das dritte römische Heer unter Cnejus Mallius. 120 000römische Krieger und Troßleute sollen in diesen Schlachten geblieben, nurzehn Mann entronnen sein. Was von Römern nicht im Kampfe fiel, wurdeden Göttern getötet, alle Rosse erstochen, alle Rüstungen zerschlagen, alleKriegsbeute, alles Gold und Silber des römischen Lagers zu Häuf getragenund tief in den Rhonestrom versenkt. Aber während Rom zitterte und dieverweichlichten Stadtleute in die Schiffe stürzten, um aus Italien zu fliehen,wandten sich die Sieger zum dritten Male abwärts gegen die streitbarenVölkerschaften der Pyrenäen und der Beigen. Die Römer gewannen zweiJahre Zeit, den panischen Schrecken zu überwinden und neuen Heeren unterMarius die feste Kriegszucht einzuüben. Endlich im Jahre 102 kamen dieGermanen wieder dem römischen Lande nahe, diesmal mit dem Entschluß,in Italien einzubrechen. Da ereilte sie ihr Geschick. In zwei Heeren suchtensie den Weg. Aber Marius vernichtete bei Aqua Sextiä das Heer der Teutonenund Ambronen. Heiß war die Schlacht, hinter den Germanen riefen ihreFrauen mahnend zum tapferen Kampfe, und ihre Kinder paukten heftig aufdas Lederfell der Wagen und erregten ein donnerndes Getöse, die Götter zumahnen, daß sie hilfreich herabschauten. Die Männer fielen oder wurdengefangen, die Frauen setzten den Kampf fort und sandten dem Römer eineBotschaft, sie wollten sich ergeben, wenn man ihre Ehre schone und sie zuDienerinnen der Vesta mache. Als das verweigert ward, töteten sie ihre Kin-der und sich selbst. Unterdes waren die Kimbrer über die Alpen in das italischeGebiet hinabgestiegen, hatten im Etschtale ein römisches Heer zurück-geschlagen, das fruchtbare Land in Besitz genommen und in Germanenweiseaufgeteilt. Ruhig saßen sie hier ein Jahr lang und warteten, ob man wagenwerde, sie herauszufordern. Noch ein Jahr genossen sie den milden Himmeldes Wunderlandes, zu dem schon oft verlockende Schilderungen ihren Wunscherregt haben mochten. Da nahten die römischen Heere. Die Kimbrer zogendem Feind entgegen und sandten nach heimischer Kämpferart dem Mariusdas höfliche Gesuch, Zeit und Ort der Walstatt zu bestimmen. Marius wählteden nächsten Tag und die raudische Ebene, wußte aber das Heer der Kimbrerzu überraschen, bevor es geordnet war, und erfocht mit seinem KollegenCatulus einen glänzenden Sieg. Wieder kämpften die Frauen der Germanen,als die Männer gefallen oder gefangen waren, lange trieben sie die anstür-
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