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2 (1926) Sicht in Vorzeit und Mittelalter
Entstehung
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Kimbrerkriege gekommen. Die makedonischen Könige hatten ein Bündnismit dem gotischen Stamme der Bastarner gesucht, und ein Zusammenstoßder Römer mit germanischen Soldtruppen des Philipp und Perseus war nurdurch den schnellen Sturz des makedonischen Reiches verhindert worden.Den Römern aber waren bis zum Jahre 113 v. Chr. die Völker fremd, welcheihre Erben werden sollten.

In diesem Jahre überschreiten ungeheure Schwärme eines fremden Volkesdie Grenze der Taurisker im heutigen Kärnten. Der römische Konsul PapiriusCarbo eilt mit seinem Heer nach Norden, besetzt die Alpenpässe und verbietetden Fremden den Aufenthalt, weil die Einwohner Gastfreunde der Römerseien. Die Fremden entschuldigen sich, sie haben nicht gewußt, daß die Ein-geborenen unter römischem Schutze stehen, und sie sind bereit, das Landwieder zu verlassen. Das Abkommen wird geschlossen, der Römer aber gibtdem Heerzug täuschende Boten mit, welche ihn auf Umwegen in einen Hinter-halt locken; dort überfällt sie der Konsul bei Noreja in Kärnten. Der erstefeindliche Zusammenstoß der Römer und Germanen wird durch Schurkereieines Römers herbeigeführt. Aber bei dieser ersten Schlacht schleudern auchdie Götter der beiden Nationen ihre Blitze in den Kampf der Männer. EinGewitter verkündet nach Germanenglauben den Zorn der Himmlischen;wenn unheilbedeutender Hagel auf die Schilde schmettert, ziemt dem Menschenden Kampf abzubrechen. Dieser Zufall rettet die geschlagenen Römer vorVernichtung. Die Germanen aber weichen trotz ihrem Sieg aus dem römischenSchutzland nach Gallien.

Nach dieser ersten Begegnung erfuhren die Römer Näheres von der drohendenGefahr. Die Fremden werden bald Kimbrer, bald Teutonen genannt; ihreZahl ist unermeßlich, sie wird auf 300 000 Häupter geschätzt, auch dieseMenge soll noch unter der Wirklichkeit sein, sie führen Weib und Kind aufgedeckten Wagen mit sich, dazu Rosse, Jochvieh und Hunde; sie berichten,daß sie aus dem fernen Norden herangekommen sind, wo noch ein Teil ihresStammes wohne, jahrelang sind sie gewandert, im Winter haben sie unterfremden Völkern gerastet und sich geschlagen, in guter Jahreszeit sind sieweiter gezogen. Sie waren, wie es scheint, zuerst mit den Bojern in Böhmenzu Kampf und Genossenschaft gekommen, und Keltenhaufen hatten sichihnen angeschlossen, aber dem Kern nach waren sie ein fremdes Volk.Vier Jahre lang hausen sie in Gallien, ohne die römische Grenze zu verletzen.Hier tritt ihnen im Jahre 109 ein zweites römisches Heer entgegen, wiederum gallische Gastfreunde zu schützen. Die Kimbrer suchen nicht den Kampf,sie senden zu Konsul Silanus und bitten dringend, ihnen Land anzuweisen,sie wollen dafür den Römern Kriegsdienste tun. Der Konsul aber zieht ihnensofort entgegen und greift sie an, er verliert die Schlacht, sein Lager, seinHeer; der Weg nach Italien steht den Germanen offen, in Rom herrschtgroßer Schrecken. Dennoch brechen die Fremden nicht in römisches Gebietein, sondern sie senden eine Gesandtschaft an den Senat und wiederholendie Bitte um Landanweisung; auch als diese verweigert wird, achten sie dierömische Grenze und wenden ihre Waffen gegen keltische Gaue. Wiedervergingen vier Jahre, drei große römische Heere standen im römischen Gallien

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