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2 (1926) Sicht in Vorzeit und Mittelalter
Entstehung
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Erlösung zu." Da sie zum Strom zurückkehrten, saß der Neck am Ufer, trauerteund weinte. Die Kinder sagten:Weine nicht so, du Neck, unser Vater hatgesagt, daß auch dein Erlöser lebt"; da nahm der Neck froh seine Harfe undspielte lieblich bis lange nach Sonnenuntergang. (Jacob Grimm, DeutscheMythologie, 1835.)

KRAFT UND SCHÖNHEIT DER HELDEN

König (altd. chuninc) bedeutet nach dem Wort einen vom Geschlecht (chunni),das heißt von einem jener ausgezeichneten Geschlechter, aus welchen diedeutschen Völker ihre Fürsten zu wählen oder anzuerkennen pflegten. Der-gleichen Königsstämme sind unsere Amelungen, die Sibichinge oder Nibe-lunge zu Worms, die Wölsunge, die Hegelinge. Den Ursprung solcher Ge-schlechter und gleichmäßig den ihrer berühmtesten Heldensöhne hüllt dieSage in fabelhaften Glanz, aus dem sie mit wundersamen Eigenschaften be-gabt und verherrlicht hervorgehen. Am besten zeigt sich dieses in der nor-dischen Wölsungensage. Von Odin abstammend, haben die Wölsunge Sicher-heit vor Gift, ungemessene Stärke und den durchdringenden Glanz der Augen;Helgi verkleidet sich vor seinen Feinden als Magd und treibt die Handmühle,aber die Steine brechen, die Mühle zerspringt und die scharfen Augen ver-raten edle Art. Swanhilde schlägt die Augen auf, und die Rosse, die sie zer-treten sollen, scheuen zurück, bis ihr Haupt verhüllt wird. Der Augenglanz,als königliches Abzeichen, spielt auch sonst in den Sagen des Nordens. Regnerund Thorald, schwedische Königssöhne, sind durch den Haß ihrer Stiefmuttergezwungen, nachts die Herde zu hüten, und werden von Gespenstern um-schwärmt; da naht ihnen Swanhwita (die schwanweiße Walküre), und ob-gleich Regner sich für einen Knecht des Königs ausgibt, erkennt sie amleuchtenden Auge seinen Ursprung und reicht ihm als Brautgeschenk einSchwert zum Kampfe mit den nächtlichen Unholden. Der Jüngling Olv,von königlicher Abkunft, sitzt in Bauernkleidung zu unterst im Saale eineswermischen Königs, dessen Tochter durch Kampf vor übermütiger Werbunggerettet werden soll. Die Jungfrau läßt forschend den Schein des Lichtesauf des Fremden Antlitz fallen, als sie plötzlich, von der Schärfe seiner Augengetroffen, zu Boden sinkt. Sie hat in ihm einen Abkömmling von Königenerkannt, durch den sie Rettung hofft. Der Gast wirft die Verhüllung ab,glänzende Locken rollen von seiner Scheitel, aber die schreckenden Aug-sterne deckt er mit den Wimpern. Denselben Olv, später Dänenkönig, willStarkather im Bad erstechen, aber der vielversuchte Kämpe schrickt zurückvor dem Augengefunkel des Wehrlosen. Der König, nichts Schlimmes ver-mutend und seinen Blick kennend, bedeckt sich das Gesicht und heißt Star-kathern herzutreten. Da sticht ihm dieser das Schwert durch den Leib.Gleiches erzählt wieder die Wölsungensage von Sigurd. Guttorm hat sichdurch Fleisch von Schlangen und Wölfen zum Mord erhitzt; zweimal tritter in das Gemach, wo Sigurd im Bette liegt, und zweimal weicht er mutloszurück, denn Sigurds Augen leuchten so scharf, daß niemand ihren Blickaushält; erst als Sigurd eingeschlafen, vollbringt Guttorm die Tat.

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