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Thale gesehen wurde, wie sie entweder inLinnen leuchtete, oder schwach und unbestimmtin Seide glänzte. Abdias holte sie dann ge-wöhnlich ab, und sie gingen miteinander nachHause. Er dachte, er müsse mit ihr verstän-dig reden, daß sie selber verständig würde,und fortlcben könnte, wenn er todt sei. Undwenn sie so gingen, redete er mit ihr: er er-zählte ihr arabische Wüstenmärchen, dichteteihr südliche Bilder, und wars seine Beduinen-gedanken gleichsam wie ein Geier des Atlassesan ihr Herz. Er bediente sich hiezu meistensder arabischen Sprache, welche die seines Va-ters war. Er hatte wohl, wie er es in sei-nen jugendlichen Wanderjahren sich angewöhnthatte, sehr schnell die Sprache des Landesgelernt, und hatte sie mit denen, mit welchener früher im Handel' umgegangen war, gere-det, und redete sie mit denen, die er jetzt imDienste hatte; aber mit Ditha sprach er amliebsten arabisch. Da er aber auch zuweileneine andere Sprache des Morgenlandes gegensie gebrauchte, da sie auch sowohl von seinemMunde als auch von dem der Dienstleute dieLandessprache lernte; so kannte sie eigentlichein Gemisch von allem, drückte sich darinaus, und hatte eine Gedankenweise, die dieserSprache angemessen war. i
Wenn Abdias nun so voraus dachte, wie alles werden würde; wenn er an einen künf-tigen Bräutigam dachte, so fiel ihm die schöne, dunkle, freundliche Gestalt Uram's ein, dem ersie gegeben hätte >— aber da Uram todt war, konnte er sich nichts anders denken, als daßDitha immer schöner und blühender werde und so fort leben würde.
Und in der Thal schien es, daß dieser Wunsch in Erfüllung gehen sollte. Sie war inder letzten Zeit bedeutend vollkommener geworden. Ihr Körper war stärker, das Auge wardschöner, dunkler, sehnsüchtiger, die Lippe reifer, und ihr Wesen kräftiger, wie sie denn überhauptin ihrer Art das Traumhafte ihrer Mutter mit dem Feurigen ihres Vaters verband. Sie liebtediesen Vater unsäglich, und wenn sie oft gedrängt war von der wilden ungebändigten Liebe,