waren, durch den Föhrenwald gingen, von dem wir oben geredet haben, und jenseits desselbenan einem großen blühenden Flachsfelde standen, rief sie aus: „Vater, sieh nur, wie der ganzeHimmel auf den Spitzen dieser grünen stehenden Fäden klingt!"
Sie verlangte hierauf, daß ein Stück davon nach Hause genommen würde. Er aberführte sie näher, zog einige Fäden aus, zeigte ihr die feinen kleinen Blumen, und machte ihrso klar, daß man nicht gleich ein ganzes Stück von diesem Blau wegnehmen könne. Dafürversprach er ihr, daß sie bald zu Hanse ein solches blaues Feld haben werde.
So sprach sie auch von violetten Klängen, und sagte, daß sie ihr lieber seien, als die,welche aufrecht stehen und widerwärtig seien, wie glühende Stäbe. Ihre Stimme, die sie inder letzten Zeit ihrer Blindheit immer lieber zum Singen, als zum Sprechen erhoben hatte,wendete sich frühzeitig einem sanften klaren Alte zu. So lebte sie eine Welt ans Sehen undBlindheit, und so war ja auch das Blau ihrer Augen, so wie das unsers Himmels, aus Lichtund Nacht gewoben.
Als sie den Gebrauch ihrer Augen bekommen hatte, und Abriss, wie wir schon obenbemerkten, aufgehört hatte, seine Zeit dem Handel und dem Herumreisen zuzuwenden, fing eretwas Anderes an. Er hatte zugleich mit dem Platze, auf welchem das Haus und der Gartenstand, einen nicht gar kleinen Landtheil des unfruchtbaren Thales erworben. Er hatte diesenTheil bisher unbenützt liegen lassen, und nur wenn er mit seinen Füßen darüber wandelte,gedacht: dies gehört mir. Jetzt fing er an, diesen Theil zu bebauen, und wollte ihn nach undnach in Felder umwandeln, wie er hinter den verdorrten Palmen in der Wüstenstadt auch einFeld gehabt hatte, auf dem ihm etwas Gemüse und dünn stehender niedriger Mais wuchs. Erdingte Knechte, kaufte die gehörigen Gcräthschaften, und sing an. Zum ersten Umgraben undzur Klärung der Erde, daß sie eine Saat annehme, hatte er eine große Zahl Taglöhner ausentfernten Gegenden kommen lassen. Zugleich fing er den Bau der Scheuern und andererGebäude an, welche bestimmt waren, die Ernte aufzunehmen. Da alles in zureichendem Standewar, entließ er die fremden Arbeiter, und führte die Sache durch seine Knechte fort. In demGarten hatte er wohl schon bei seiner Ankunft des Schattens wegen Bäume gesetzt, nun abergab er noch allerlei Gesträuche hinzu, er lockerte einen Theil des Bodens, der früher blos mitGras bewachsen gewesen war, auf, und legte Blumenbeete an. Auf einer andern Seite desHauses wurde Erde für Gemüse aufgegraben.
Schon in dem ersten Frühlings, an welchem Ditha sah, wogte ein schöner grüner Korn-wald an einer Stelle, an welcher früher nur kurzes fahlgrnnes Gras gewesen war, und graueSteine aus dem Boden hervor gesehen hatten. Als die Halme gelb geworden waren, ständengleichsam für Ditha die blauen Chanen darin. Abdias ging unter all dem herum, und oftwenn der mäßige Vormittagswind die reifenden Aehren zu silbtrnen Wogen mischte, stand seineGestalt aus dem Rohrfeld hervorragend da, wie er den weißen Turban um seine schwarze Stirne
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