eine größere Oberfläche rarbet, als im Keller. Beide Zisternen fand Abdias nach dem gestrigenRegen ganz voll und er ließ die eine, wie gewöhnlich unter die Erde ablaufcn.
Das dürre, schlechte Kamccl, auf welchem er gestern gekommen war, das er auf dem Sande j
vor seinem Hause gelassen hatte, hatte er ganz vergessen. Er erinnerte sich jetzt desselben und !
wollte darnach sehen. Es war zwar nicht mehr auf der Stelle, auf welcher es noch kniete, da I
Abrias die Pistolen heraus gerissen hatte, aber cs war doch schon in dem Stalle. Der KnabeUram hatte es dem Manne, der es gestern- gleichsam um sich für seinen Verlust ein wenig zu ent- >
schädigen, fortgeführt hatte, wieder genommen, er hatte cs durch die Mauertrümmer sortgeführt, I
hatte es zu einer gelben Lacke, die er recht wohl wußte und die er Niemanden andern gönnte j
geführt, ließ es die ganze Lacke austrinken, damit das Wasser nicht, wenn wieder die heiße Sonne !
käme, verloren ginge, dann hatte er cs in den Stall gebracht, nachdem er ihm noch zuvor dasGeschirr und Riemzeug, welches noch auf ihm war, herabgenommeu hatte. In dem Stalle fand ^
i es Abdias stehen. Es war das einzige, wo noch vor Kurzem mehrere und weit edlere und besseregestanden waren. Es hatte ein wenig von dem durch die Plünderer herum gestreuten. Halb ver-sengten Heue vor sich, und fraß begierig von demselben. Abdias ließ etwas Mais, davon auchein Vorrath da geblieben war, hinzugebcn, und von der Höhle frischeres Heu Holen. Dann sagteer zu Uram, den er in den: Stalle getroffen, und durch den er diese letzteren Dinge hattebesorgen lassen: „Uram, gehe noch heute, so lange die Sonne scheint, hinaus über den Sandkamm,und suche die Heerde, sie muß dort herum wo sein — und wenn Du sie gefunden hast, sozeige Dich dem Hirtenrichter und sage, daß er Dir von dem Antheilc des Einwohners Abdiaseinen mit dessen Namen gezeichneten Hammel gebe. Diesen nimm an den Strick, und führe ihnnoch vor Abend hierher, daß wir ihn schlachten, etwas braten, und etwas durch Meersalz auf-bewahren, damit wir so lange durchkommen, bis die Karawane, die morgen fortgchen wird, wiederzurückkchrt, und so viel mit bringt, daß wir das gewöhnliche Leben zum Theil wieder anfangenkönnen. Wenn Du die Heerde nicht bald findest, so suche nicht sehr lange, sondern kehre umund komme noch bei Tage nach Hause, daß wir um etwas anderes umsehen können. Hörst Du?
Hast Du alles wohl verstanden?"
„Ja," sagte der Knabe, „ich werde die Heerde schon finden."
„Hast Du aber auch etwas zu essen?" fragte Abdias.
„Ja, ich habe in der obern Stadt ein Täschchen voll Weizen genommen," antworteteder Knabe.
„Nun gut," sagte Abdias.
Nach diesen Worten langte Uram einen Strick von einem Haken des Stalles herunter,wo er gewöhnlich zu dem Behufe des aufgetragenen Geschäftes hing, nahm noch einen langenStab von sehr schwerem Holz und lief über das Trnmmerwcrk davon, das in großen Haufenvon dem Stalle des Abdias gegen die Wüste hinaus ging.
Abdias sah ihm ein Weilchen nach, bis er die hüpfende Gestalt nicht mehr erblicken konnte.
O.