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Der Reitsport
Entstehung
Seite
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Die Benennungen der einzelnen Teile des Reiter-körpers setze ich als bekannt voraus und bemerke nur,dass man die Stelle denSpalt nennt, wo die Ober-schenkel sich teilen.

Die Beanlagung zum geschickten Reiten liegt imGebäude des Reiters. Eine in allen Teilen ausgeglicheneGestalt, in welcher die Muskelkräfte entsprechend gleich-mässig ausgebildet sind, wird vor anderen sich zumReitgebrauch eignen.

Hat der Reiter z. B. einen zu langen Oberkörperim Verhältnis zu den Beinen, dann wird es ihm schwerwerden, das Gleichgewicht zu erhalten, weil der Ober-körper leicht das Übergewicht bekommen kann. Ge-schweifte krumme Beine, sogenannte O-Beine, könnenmit den Knieen häufig gar nicht an den Pferdeleib her-ankommen, wodurch der Halt des Reiters sich ver-mindern wird. Grösse und Gewicht sind keineswegsgleichgültig, weil die Gewichtshilfen beim Reiten einegrosse Rolle spielen und ein grösseres Gewicht aucheinen grösseren Einfluss ausüben muss. Auch wie eseinwirkt, ob als tote Last oder lebendige Kraft, istwesentlich. Je ausgeglichener ein Körper in allen seinenTeilen ist, desto vorteilhafter ist es. Die kurzen strammenMuskeln sind ungünstiger für den Reitgebrauch, wielängere aber kräftige, denn diese schmiegen sich besseran und ihre Wirkung ist ebenfalls eine kräftige, dochallmählichere, als die der kurzen, dicken Muskeln.

Sehr zu beachten ist die Länge der Beine undArme, da diese, verbunden mit dem Reitergewicht, diehauptsächlichsten Werkzeuge des Reiters sind. Ihregrössere oder geringere Muskelkraft beeinflusst die Ein-wirkungen des Reiters. Der kräftigste Reiter ist abernicht immer der beste. Man findet es sogar häufig, dassder Herkules im Zirkus ein recht schlechter Reiter ist.Es kommt mehr auf allgemeine Geschicklichkeit, ver-bunden mit Kraft, als auf einseitig entwickelte Kräftean. Das Wichtigste sind Muskeln, die für den Reit-