Druckschrift 
Der Reitsport
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

A. Vorbemerkungen zum eigentlichenReiten.

I. Gemütseigenschaften des Reiters.

Man muss bei dem. der sich freiwillig zum Reitenentschliesst, voraussetzen, dass er die nötige Herzhaftig-keit dazu mitbringt. Jedenfalls treibt ihn die Lust, seineKräfte zu erproben und sie kommt aus dem Herzen.

Wer auf Wunsch oder auf Zureden anderer, oderweil er muss zu Pferde steigt, ohne einen Herzensdrangdanach zu fühlen, der wird vielleicht ein unheimlichesGefühl zu überwinden haben, wie cs jeden befällt, dersich zu einem Unternehmen anschicken muss, dessenDurchführung mit Schwierigkeiten verbunden ist.

Der erste denkt in seiner Herzhaftigkeit gar nichtan Schwierigkeiten oder glaubt solche spielend über-winden zu können, der andere muss immer an sie denken,die ihm die Unbefangenheit rauben, welche jeder be-sitzen sollte, der sich einem nicht ganz ungefährlichenSport widmet.

Der Unbefangene denkt:Wo keine Furcht, ist auchkeine Gefahr. Andere sagen: ,,Der Mut sei keinenatürliche, uns angeborene, sondern eine künstliche,anzuerziehende Eigenschaft. Andere behaupten, dassei nicht wahr: ,,Der Mut sei angeboren, die Furchtsei künstlich. Das letzte Wort ist ein Manneswort undich möchte den Streit gern zu seinen Gunsten schlichten,doch glaube ich, dass sowohl Mut wie Furcht an-geboren sind und sich bei den verschiedenen Menschennur in verschiedenen Graden zeigen. Ich lasse das auf