12
sich beruhen und denke an das spanische Sprichwort:,,Wer nichts aufs Spiel setzen will, darf auch nicht zuPferde steigen.“ Das gilt auch von anderen Sportarten,deren Betreiben uns gewissen Gefahren gegenüber stellt.Der Wasser-, der Eis-, der Bergsport können nicht be-trieben werden, ohne dass man hier oder da einmalGefahr läuft. Aber liegt nicht gerade darin für junge,herzhafte Gemüter ein unwiderstehlicher Reiz? Selbst-vertrauen zu sich und seinem Können, Herzhaftigkeitzum Beginn der That und Nerv zu ihrer thatkräftigenDurchführung sind die Eigenschaften, die jeder jungeReiter mitbringen sollte.
Die Pferde zu Ende des 19. Jahrhunderts sind keinewilden Tiere, sie besitzen, möchte ich sagen, viel an-geborene und anerzogene Gemüts- und Herzensbildung.Mit der Vorsicht, die man allen Haustieren gegenüberanwenden soll, kann sich ihnen der Mensch getrost nähern.Besitzt er dann die persönliche Geschicklichkeit, sichmit dem Pferd ins Einvernehmen zu setzen und hat erdas erreicht, dann kann er auch bald herrschend wer-den. Dann werden die Anstrengungen und Über-windungen, die das Reitenlernen erfordert, reichlichdurch den Hochgenuss aufgewogen, den das Reiten-können gewährt.
Also, bange machen gilt nicht. Wer aber bangeist, der reite lieber auf Schusters Rappen weiter. Dasist aber freilich unbequemer und dazu nicht angenehmer,als sich von einem edlen Tier in die Weite tragen zulassen.
2. Der Reiterkörper.
Man teilt ihn in drei Teile:
1. Den oberen Teil — vom Kopf bis zur Hüfte, a.
2. Den mittleren Teil — von der Hüfte bis zumKnie, a bis c.
3. Den unteren Teil — vom Knie c bis zu denAbsätzen (siehe Fig. 14).