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Der Reitsport
Entstehung
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in den Städten und auf dem Lande, aber Beamte undPfarrer, u. s. w., die früher ritten, haben dem Reitenallmählich entsagen müssen, weil das Anschaffen undHalten eines Pferdes doch oft mit unverhältnismässigenGeldopfern verbunden ist.

Auch die unendlich verbesserten Verkehrsmittelhaben das Reiten zurückgedrängt. Aus einem Bedürf=nis ist es vielfach zur Liebhaberei, zum Sport geworden.Man spricht heute von Reitsport, um das bürgerlicheReiten im Gegensatz zum Kriegs-, Renn- und Jagdreitenzu bezeichnen.

Es ist jammerschade, dass der Reitsport nicht all-gemeiner werden kann. Kein anderer Sport regt Geistund Körper zugleich so an, wie er, weil ihn der Menschnicht allein betreibt, sondern weil er auch die Beherr-schung eines anderen, mit grosser Kraft, seltenem Mutund eigenem Willen begabten Wesens zum Ziele hat.Er zwingt den Menschen, ein mächtiges Tier durchseinen Geist und seine Geschicklichkeit sich unterthanzu machen, so dass, sie beide zu einem untrennbarenGanzen verschmelzen.

Des Reiters Wille muss der des Pferdes werden,soll die BezeichnungReiter als Einheitsname zweierWesen, der beide unzertrennlich in sich begreift, zurWahrheit werden. Solange sie noch nicht einig sind,haben wir immer noch einen Menschen und ein Pferd,die beide gegen einander im Kampfe liegen. Es istsicher, dass das Streben nach dem Einheitsziel nichtnur den Körper, sondern auch den Geist und dasGemüt des Menschen mächtig in Anspruch nehmenund daher deren Entwickelung fördern muss.

Der Geist durchdenkt den Weg, den die körper-lichen Kräfte einzuschlagen haben, um herrschend zuwerden und zu bleiben. Gedankenloses Handeln ver-bietet sich bei jedem Sport, aber hier, wo zwei Wesenin Betracht kommen, erst recht. Gelang cs dann demMenschen, Plerr zu werden, so bietet aber auch das