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Der Reitsport
Entstehung
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Auch die Jagd hinter Hunden betrieb man nichtnur an Höfen, sondern auch in der Armee und aufden Gütern der Junker, wo man den Windhunden folgte.Hatte man sich früher an schulgerechten, mehr künst-lichen als im Gelände verwertbaren Sprüngen desPferdes erfreut, so begeisterte man sich jetzt an Sprüngenim grünen Feld, in Wald und Aue.

Es hatte sich nun aus dem schulgerechten Reitenund dem Reiten in der Naturüber Holz und Wasseretwas entwickelt, das man als Kriegs-(Campagne-) Reitereibezeichnet. Ihre Grundsätze wurden auch massgebendfür das bürgerliche Reiten. Reiten bleibt eben überallReiten und das militärische unterschied und unter-scheidet sich vom bürgerlichen nur durch die militä-rischen Zuthaten.

Hatte man im vorigen Jahrhundert ein schneidigesReiten im Gebrauch geübt, so gab es in diesem Jahr-hundert eine Zeit, in der man sich wieder in Künsteleienin der Reitbahn gefiel. Aber der Reitergeist war nichtganz entschlummert und wurde durch Renn- und Jagd-reiten wieder belebt. Vornehmlich waren die vonvielen betriebenen Jagden von Einfluss auf die Betonungdes angewandten gegenüber dem zu künstlichen Reiten.Leider ist die Kunst, die alte Schulreiterei, jetzt fastzu sehr in den Hintergrund gedrängt, seitdem derRennreiter vorgiebt, sie nicht notig zu haben. Weraber zur Herbstzeit, im Gelände der Meute folgend,glücklich zum Halali gelangt, der ist sich bewusst, dasses angenehm ist, ein gut geschultes Pferd unter sichzu haben, wenn man über schwieriges Gelände reitet.

Es ist zu bedauern, dass das Reitbedürfnis weiterKreise, wie es noch zu Anfang dieses Jahrhundertsbestand, sehr abgenommen hat. Wenige sind es, ausserden Berufsreitern, zu denen ich auch die Reserve-Offiziere der berittenen Truppen rechne, die sich denGenuss des Reitens gönnen. Man findet wohl nochLiebhaber unter den reichen und wohlhabenden Klassen