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Der Reitsport
Entstehung
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schlagen lassen, sondern musste sie so verwenden, wiesie nun einmal waren.

Gustav Adolf und später der Grosse Kurfürst legtendaher notgedrungen weniger Wert auf die künstlerischeAusbildung als auf natürliche Fähigkeiten. Massenangriffeder Reiterei traten in den Vordergrund. Gehorsam mussteaber nach wie vor gefordert werden und dazu verhalf dasReiten nach alten Grundsätzen, wenn auch die Aus-bildung viel schneller als früher vor sich gehen musste.

Die Schulrciterei sollte nie wieder zu der Blüte ge-langen, in der sie gestanden hatte, denn die Zeit Fried-richs des Grossen war ihr noch ungünstiger, wie die vor-hergeschilderte. Das kavalleristische Reiten zu seinerZeit verlangte in noch höherem Grade ein Aufgebender künstlichen Schulen und forderte gebieterisch einebeschleunigtere Ausbildung des Pferdes zum Gehorsam,zu Schnelligkeit und Ausdauer, sowie im Überwindennatürlicher Hindernisse in jedem Gelände. Die Schul-reiterei trat jetzt allmählig einen Rückzug in die Reit-bahn an und galt mehr als gelehrt, wie gerade für denGebrauch geeignet. Aber sie blieb die Quelle derwissenschaftlichen Erkenntnis in Reitsachen und deshalbbedurfte man immer noch Stallmeister, die die Trägerder Überlieferungen der alten Reitkünstler blieben.

Auch der Edelmann und der Bürger als Nicht-soldaten betrieben in diesen Zeiten das Reiten eifrig,denn es diente Herren, Kaufleuten, Beamten, selbstPfarrern als Beförderungsmittel und zum Vergnügen.Man kam bei den schlechten Wegen besser zu Pferdeals zu Wagen durch. Wie Seydlitz über die Wagendachte, beweist sein fabelhafter Sprung über denPastorenwagen bei Schwedt a. d. Oder.

Unter den Reitern im bürgerlichen Kleid fandman aber nicht viel schulgerechte Reiter, sie warenentweder Selbstgelehrte oder hatten sich durch Beob-achtung anderer gebildet. Stallmeister ritten zum Teilnach Schul-, zum Teil nach Armeegrundsätzen.