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Die technischen Hochschulen in Preussen : eine Darstellung ihrer Geschichte und Organisation nach amtlichen Quellen
Entstehung
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III. Die Technische Hochschule zu Aachen. 53

Begründung der Anstalt eingegangenen Verpflichtung, das auf kommendeTJnterrichtshonorar alljährlich auf 30 000 Mark zu ergänzen, befreit wordenist. Die Beiträge, welche die Stadt in dieser "Weise seit 1870 geleistethat, dürften sich auf 200 000 Mark belaufen. Zu den Baukosten im Betragevon 500 000 Mark steuerten die Aachen-Münchener Feuerversieherungs-gesellschaft und der Aachener Verein zur Beförderung der Arbeitsamkeitdie Hälfte bei. Am 15. Mai 1897 erfolgte in Gegenwart des Unterrichts-ministers die feierliche Einweihung des Neubaues.

Die im Jahre 1894 erlassenen Vorschriften über die Prüfung derNahrungsmittelchemiker*) nöthigten zur Einrichtung eines Unterrichts-kursus in Botanik, verbunden mit Mikroskopiren, und zur Erweiterungder im Jahre 1887 zugleich für die Technischen Hochschulen in Berlinund Hannover erlassenen Diplomprüfungsvorschriften**) durch Aufnahmeder Botanik unter die Prüfungsfächer.

Anlässlich der Feier des fünfundzwanzigjährigen Bestehens der Hoch-schule- am 12. Oktober 1895 stellten die schon mehrmals genanntenAachener Vereine zur Herstellung eines Neubaues für die in ihren Räumeneingeengte Bibliothek 25 000 Mark zur Verfügung. Im Jahre 1898 wurdeder Bau in Angriff genommen, nachdem dieser Betrag aus Staatsfondsauf 120 000 Mark ergänzt worden war. Die alten Bibliothekräume wurdenin Zeichensäle für die Maschineningenieure umgebaut, da es infolge An-wachsens der Abtheilung für Maschineningenieurwesen an der erforder-lichen Zahl heller und brauchbarer Zeichensäle fehlte. Dieser Umbaukostete 24 000 Mark.

Wie die verwandten Anstalten in Berlin und Hannover erhielt auchdie Technische Hochschule in Aachen im Jahre 1897 ein Maschinen-laboratorium***) und einen Professor zur Leitung desselben. Die Kostenbeliefen sich auf 75 000 Mark. In demselben Jahre wurde behufs Entlastungdes Professors der Eisenhüttenkunde, der bei dem Umfange seines Lehr-gebietes neben dem Eisen nicht auch die übrigen Metalle eingehend be-handeln konnte, eine Dozentenstelle für Metallhüttenkunde und Löthrohr-probirkunst errichtet, die soeben in eine etatsmässige Professur umgewandeltworden ist. Das gleichzeitig erstandene metallurgische Laboratorium, inwelchem auch elektrometallurgische Schmelz-, Erhitzungs- und Elektrolyse-versuche vorgenommen werden, hat unter seinem bewährten Leiter währendder kurzen Zeit seines Bestehens einen Ruf erlangt, der wesentlich zumAufblühen der Bergbauabtheilung beiträgt.

Wie an den Technischen Hochschulen in Berlin und Hannover, istauch an derjenigen in Aachen am 1. Oktober 1897 dem Rektor einegoldene Kette nebst Medaille als Amtszeichen verliehen und am 15. Juni1898 ein Mitglied des Professorenkollegiums als Vertreter der Hochschuleauf Lebenszeit in das Preussische Herrenhaus berufen worden.

*) Siehe Seite 147 und 149. **) Siehe Seite 110. Siehe Seite 33.