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Die technischen Hochschulen in Preussen : eine Darstellung ihrer Geschichte und Organisation nach amtlichen Quellen
Entstehung
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54 Die geschichtliche Entwickelung der Technischen Hochschulen.

Der Haushaltsetat der Anstalt ist für das Jahr 1899 in der Ein-nahme auf rund 95 300 Mark, in der Ausgabe auf rund 424 500 Markveranschlagt. Die Frequenz bezifferte sich im Winter 1898/99 auf486 Studirende, Hospitanten und sonstige Hörer. Den rund 500 Vor-trags- und über 800 Uebungsstunden umfassenden Unterricht ertheilen32 etatsmässige Professoren, 8 Dozenten, 6 Privatdozenten und 23 Assi-stenten.

Aus industriellen Kreisen war im Jahre 1897 an die Stuatsregierungdas Ersuchen ergangen, in Anlehnung air die Hochschule Kurse fürHandelswissenschaften einzurichten, deren Zweck sein soll, Kaufieutenfür leitende Stellungen in Handels- und gewerblichen Unternehmungendie erforderliche höhere Ausbildung zu geben. Da die Geldmittel zurDurchführung dieser Kurse zunächst für einen Zeitraum von zehn Jahrenvon der Handelskammer, der Aachener und Münchener Feuerversicherungs-gesellschaft und dem Verein zur Beförderung der Arbeitsamkeit in Aachendargeboten wurden, erfolgte unter dem 13. September 1898 dieministerielle Genehmigung und am 1. Oktober dess. Js. die Eröffnungder Kurse.

Die Verwaltung und Aufsicht führt ein von den Ministern der geist-lichen, Unterrichts- und . Medizinalangelegenheiten und für Plandel undGewerbe ernanntes Kuratorium, das aus sieben Mitgliedern besteht. AlsVorsitzender fungirt der Rektor der Technischen Hochschule, drei Mit-glieder werden den Dozenten der Kurse und drei den an der Unter-haltung derselben finanziell betheiligten Kreisen entnommen. Die Dozentensind theils Angehörige des Lehrkörpers der Hochschule, theils eigens fürdiese Kurse berufen. Sie stehen in einem kündbaren Verhältniss.

Hinsichtlich der Aufnahme der Studirenden, Hospitanten rundsonstigen Hörer finden die Vorschriften des Verfassungsstatuts); derTechnischen Hochschule gleichmässige Anwendxmg. *) Ebenso werden dieUnterrichtsgelder und Einschreibegebühren nach den für die Besucherder Technischen Hochschule gültigen Sätzen**) berechnet. Von den fürihre Kollegien eingehenden Unterrichtsgeldern erhalten die Dozenten einViertel als Honorarantheil.

Der Lehrplan bezweckt eine Ausbildung der Studirenden entwedernach der rein kaufmännischen oder nach der kaufmännisch-technischenSeite, je nachdem der Studirende sich in reinen Handelsunternehmungen(WaarenVertriebsanstalten) oder in der Leitung gewerblicher. Unter-nehmungen (Waarenproduktionsanstalten) bethätigen will. Der Studien-gang ist für beide Kurse zweijährig. Der Lehrplan wird alljährlich zum1. Oktober aufgestellt.

*) Siehe Seiten 67 und 80. **) Siehe Seite 81.