46 Die geschichtliche Entwickelung der Technischen Hochschulen.
grosser Erweiterungsbau in Angriff genommen werden musste. Der mit einemKosten auf wände von 280 000 Mark auf dem westlichen Flügel des Haupt-gebäudes ausgeflihrte Anbau wurde im Oktober 1895 in Benutzung genommen.
Am 6. Oktober 1897 wurde dem Rektor der Hochschule als Amts-zeichen eine goldene Kette nebst Medaille verliehen,, und am 15. Juni 1898erfolgte die Berufung eines Mitgliedes des Lehrerkollegiums als Vertreter■der Anstalt ins Preussische Herrenhaus.
Die Hochschule zählte im Wintersemester 1898/99 1197 Studirendeeinschliesslich 339 Hospitanten und sonstiger Hörer.
Nach der Statistik waren im Winter 1897/98 an der Anstalt 31 etats-■mässige Professoren, 14 Dozenten, 8 Privatdozenten und 31 Assistententhätig. Heute fungiren 32 etatsmässige Professoren, inzwischen ist auchdie Zahl der übrigen Lehrkräfte gestiegen. Die Zahl der Unterrichts-stunden beläuft sich gegenwärtig auf rund 1500 im Jahre, wovon über800 auf die Uebungen entfallen.
Der Etat beziffert sich für das Jahr 1899 in der Einnahme auf143 000 Mark, in der Ausgabe auf rund 440 500 Mark.
III. Die Technische Hochschule zu Aachen.
Dem Prinzen Friedrich Wilhelm von Preussen wurde am4. Februar 1858, als er die Prinzessin Viktoria von England alsGemahlin heimführte und bei Herbesthal im Regierungsbezirke Aachenwieder den vaterländischen Boden betrat, von der Aachener und Mün-chener Feuerversicherungs-Gesellschaft ein Kapital von 15 000 Mark zueinem gemeinnützigen Werke übergeben. Der Prinz bestimmte, es solledamit zur Begründung eines Polytechnischen Institutes in der Rhein-provinz Anregung gegeben werden.
Schwer war die Wahl des Ortes für das Institut, da verschiedeneStädte, darunter Köln und Aachen, in Frage kamen. Nach langemSchwanken fiel die Entscheidung für Aachen aus, und durch KöniglicheOrdre vom 14. Oktober 1863 wurde bestimmt, dass das daselbst zu be-gründende Institut den Namen „Königliche Rheinisch-Westfälische Poly-technische Schule“ zu führen habe. Entscheidend für die BevorzugungAachens waren die grossen Anerbietungen, welche die Stadt und vor-nehmlich die Aachener und Münchener Feuerversicherungs-Gesellschaftund der Aachener Verein zur Beförderung der Arbeitsamkeit für denBau und die Unterhaltung des Instituts der Staatsregierung machten.Ausser einem Beitrage von 930 000 Mark zu den Baukosten stiftetenbeide Gesellschaften einen Garantiefonds von 1 331 850 Mark, der nochheute mit einem Bestände von nahezu 1 300 000 Mark vorhanden ist.
So war die Ausführung des Unternehmens dem Staate wesentlicherleichtert. Rasch gingen die Bauten vor sich, und am 10. Oktober 1870,während jenseits der nahen französischen Grenze sich kriegerische Er-